DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
16. DSSV Bowling Meisterschaft am 16.10.2010
Dieter Wilczynski

Nach 1995 und 2000 fanden nun zum dritten Mal die Bowling Meisterschaften in Berlin statt. Es hatten sich 82 Sportler aus neun Vereinen angemeldet. Leider mussten zwei Teilnehmer aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. So nahmen 80 Teilnehmer an den 16. DSSV Bowling Meisterschaften teil. Eine ordentliche Teilnehmerzahl. Schön war, dass auch der SFV Halle wieder mit einer Damen und einer neuen Herren-Mannschaft teilnahm. Es gingen 30 Damen und 50 Herren an den Start.

Freitag, 15.10.2010, Geselliger Abend
Da schon sehr viele Sportler am Freitag anreisten, hatte der SSC Berlin für den Abend eine gesellige Zusammenkunft organisiert. Diese fand im Restaurant Haxnhaus (Tegel) statt. Es fanden sich ca. 40 Sportler ein. Bei leckerem Essen und einer kühlen Blonden konnte man ohne sportlichen Druck oder Zeitstress gemütlich plaudern. Ich finde, das ist eine gute Sache, welches man für die nächsten Jahre so beibehalten sollte.

Samstag, 16.10.2010, Bowling-Meisterschaft
Um 7:15 Uhr begann die Arbeit für den Fachwart. Mit einem Supervisor (Gerald Schlenther) zusammen wurde die Leinwand und der Beamer für die Übertragung der Ergebnisse aufgebaut. Als um 8:00 Uhr die Sportler eintrafen, war alles für die Meisterschaft vorbereitet. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch den Fachwart, wurde die 16. DSSV Bowling-Meisterschaft gestartet.

Damen-Mannschaft
Bei den Damen gingen sechs Mannschaften an den Start

  • GSV Magdeburg
  • SSC Kassel
  • Hamburg SSV
  • SFV Halle
  • SSC Berlin (2 Mannschaften)

Der Wettkampf entwickelte sich von Anfang bis Ende zum Zweikampf von Kassel und Berlin. Der Titelverteidiger GSV Magdeburg war diesmal nicht so dominant. Er enttäuschte eigentlich. Sie konnten nur den 5. Platz ergattern. Aber vielleicht ist im nächsten Jahr wieder mehr drin.

Ja, was wir noch nie bei Mannschafts-Meisterschaften hatten, traf diesmal ein. Nach drei Spielen hatten der SSC Berlin 1 und der SSC Kassel jeweils 1292 Punkte. Gleichstand, was nun? Die Regel sagt: Bei Gleichstand um die Plätze 1 und 2 muss ein Stechen entscheiden. In diesem Falle mussten von den beiden Mannschaften alle Damen nochmals ran. Es wurde allerdings nicht ein komplettes Spiel gemacht, sondern nur der 9. und 10. Frame. Das war natürlich für beide Mannschaften etwas Neues, dementsprechend waren sie auch nervös. Nun waren alle Augen nur auf diese beiden Mannschaften gerichtet. Hier im Stechen setzte sich dann der Gastgeber mit 128 zu 108 durch. Somit ist der SSC Berlin neuer Deutscher Damenmeister. Der SSC Kassel ist Vize und der Hamburg SSV schaffte den 3. Platz.

Herren-Mannschaft
Hier gingen zehn Teams plus ein DSSV-Team an den Start. Die Mannschaften waren

  • SSC Berlin (2 Mannschaften)
  • SSC Kassel (2 Mannschaften)
  • Hamburg SSV
  • SSC Düsseldorf
  • SFV Halle
  • SG Hannover/Berlin
  • SG Magdeburg/Hamburg
  • SSC Essen
  • DSSV Team.

Zum DSSV Team muss ich vielleicht etwas erklären. Diese Mannschaft wurde durch mich ins Leben gerufen. Dieses Team besteht aus dem Überschuss der Vereine, also Herren, die in ihren Vereinsmannschaften keinen Platz mehr gefunden haben, oder wo es zu einer Spielgemeinschaft nicht gereicht hat. Damit diese Herren (auch Damen) in den Genuss eines Mannschaftsspiels kommen, habe ich dieses Team erfunden. Natürlich kann dieses Team nur außer Konkurrenz mitspielen. Also die ersten drei Plätze sind tabu. Wie es auch so kommen muss, hat das DSSV Team bei dieser Meisterschaft sensationell den 2. Platz belegt. Leider musste ich das Team dann auf den 4. Platz zurückstufen. So viel zur Erklärung des DSSV-Team.

Bei der Meisterschaft der Herren konnte es nur einen Sieger geben. Seit 2000 hat kein anderer Verein außer SSC Berlin gewonnen. Auch dieses Jahr dominierte der SSC Berlin nach Belieben. Mit 436 Punkten Vorsprung wurde der SSC Berlin zum 14. Mal Deutscher Mannschaftsmeister bei den Herren. Den 2. Platz belegten der Hamburg SSV vor der 2. Mannschaft aus Berlin.

Damen-Einzel
27 Damen kämpften um den Titel im Damen-Einzel. Erstmal ging es darum, dass man nach sechs Spielen in die Top 10 kommt. Es ist wirklich egal, ob man dabei Erster oder Zehnter wird, weil alle zehn Finalisten im Finale wieder bei Null anfangen.

Gleich bei ihrer 1. Teilnahme schaffte Cordula Beator (SSC Berlin) den Einzug ins Finale, tolle Leistung. Die anderen neun Damen waren alles alte Bekannte. Darunter auch die Titelverteidigerin Gundula Braun aus Essen.

Nach zwei Spielen im Finale war eigentlich schon geklärt, wer Meisterin wird. Katja Nispel spielte sie alle an die Wand. Sie führte jetzt vor dem abschließenden letzten Spiel schon mit 69 Pins. Aber bei den Damen ist es meistens so, dass sie selten drei Spiele konstant spielen. Da gibt es immer ein Auf und Ab. Auch bei Katja, im letzten Spiel war sie etwas schwächer geworden, es sollte aber dennoch zum Titel reichen. Sie löste ihre beste Freundin (Gundula Braun) als neue Deutsche Meisterin ab.

Das beste Spiel des Tages, das auch noch im Finale, machte Tatjana Nitzschke aus Berlin, sie schob 213 Pins. Das reichte aber auch nur zum 4. Platz.

Iveta Röcke (GSV Magdeburg) holte letztes Jahr den 2. Platz. Dieses Jahr konnte sie es wiederholen.

Seit 2004 hatte keine Hamburgerin eine Medaille im Damen-Einzel mehr geholt, aber jetzt war es wieder soweit. Petra Wurr aus Hamburg schaffte den Sprung auf den 3. Platz.

Herren-Einzel

Auch hier hieß es, erstmal nach sechs Vorrundenspielen die Top Ten erreichen, dann im Finale voll angreifen. Das muss man bei 50 Herren ersteinmal schaffen.

Von den Namen her überraschten mich nur zwei Herren. Einmal Hans-Rainer Graap (SSC Düsseldorf) und Jens Preißner aus Halle. Hans-Rainer war auch schon im letzten Jahr im Finale. Ich dachte damals, es wäre eine Eintagsfliege, weil ihm die Bahnbedingungen zugute kamen. Aber diesmal waren die Bahnverhältnisse anders und er kam wieder ins Finale. "Der kann was!"

Die andere Überraschung war Jens Preißner. Er ist zum ersten Mal dabei, schob im 1. Spiel gleich 220 Pins. Da dachte ich; "Wau, was hat Halle da für ein Spieler mitgebracht". In der Vorrunde spielte ich mit ihm drei Spiele zusammen, da konnte ich sehen, dass viel Potenzial in ihm steckt. Leider aber hat er noch sehr viele Schwankungen in seinem Spiel. Wenn er in sein Spiel mehr Stabilität bringt, kann er ein ganz Großer werden und vielleicht bald die ersten Medaillen holen.

Ich sage es immer wieder, um Meister zu werden, kann man sich im Finale keinen Ausrutscher erlauben. Damit meine ich solche Spiele wie von: Dieter Wilczynski 124 Pins, Jens Preißner 107 Pins, Peter Hünnerscheidt 133 Pins, Hans-Rainer Graap 146 Pins, Alfred Wilczynski 150 Pins. Diese Spieler wurden auch nicht Meister.

Aber immerhin hatte Alfred Wilczynski das Feld nach zwei Spielen noch angeführt, aber dann die 150 Pins, das war’s. Aber immerhin reichte es für den 3. Platz.

Gerald Schlenther hatte gleich im 1. Spiel einen Aussetzer, schob nur "167" Pins, danach 244 und 202, das sollte für den 2. Platz reichen. Am besten machte es aber Harry Ostrog aus Berlin. Er steigerte sich von Spiel zu Spiel, fing mit 189 an, weiter mit 207 dann mit dem höchsten Spiel des Turniers von 253 Pins. So wird man Meister!!!!

Damen-Doppel
Im Doppel muss man sich nicht für das Finale qualifizieren, da geht es gleich für alle um den Titel. Da heißt es volle Pulle, das letzte was an Kraft noch zur Verfügung steht, sollte man jetzt abrufen. Leider konnten die Titelverteidiger aus Berlin, Elke Tönnies und Marion Brach, ihren Titel nicht verteidigen, weil Marion krankheitsbedingt nicht spielen konnte. Elke ist eine gute Doppelpartnerin, sie kann ihre Partner sehr gut motivieren. Mit Cordula Beator hatte sie eine neue Partnerin, mit der sie auf Anhieb den 2. Platz holte. Wie im Damen-Einzel, holte sich Hamburg auch hier eine Medaillie ab. Petra Wurr und Cornelia Krieger kamen auf den 3. Platz.

Tja, gute Freundinnen halten zusammen. Sie spielen schon seit ewigen Zeiten zusammen Doppel. Im letzten Jahr wurden sie dritter. Jetzt sind sie mal wieder Meister geworden, Katja Nispel aus Berlin und Gundula Braun aus Essen.

Herren-Doppel
Was für die Frauen galt, galt auch für die Männer. Alle Kraft in die letzten drei Spiele des Tages. Ich gebe zu, das ist schwer.

Wie im Einzel der Herren so auch im Doppel. Die Entscheidung ging nur über die Berliner. Die ersten drei Plätze glichen einer Berliner Vereinmeisterschaft. Favoriten waren schon die Titelverteidiger, Dieter Wilczynski und Gerald Schlenther sowie Alfred Wilczynski und Harry Ostrog. Beide Doppel wurden schon jeweils zweimal Meister. Ohne Druck konnten die zwei Berliner, Dieter Nitzschke und Harald Tönnies, spielen. Sie führten auch nach zwei Spielen. Es mussten sich aber doch noch ein Paar von den zwei Favoriten-Paaren geschlagen geben. Dieter Nitzschke und Harald Tönnies wurden dritter. Auf den 2. Platz kamen Alfred Wilczynski und Harry Ostrog. Ihren Titel konnten Dieter Wilczynski und Gerald Schlenther erfolgreich verteidigen. Mal sehen, ob sie es nächsten Jahr noch mal schaffen. Einen Hattrick hat im Doppel noch keiner geschafft.

Alle anderen Platzierungen, in der Mannschaft, Einzel und Doppel könnt ihr der Tabelle entnehmen.

Siegerehrung und Abschlußfeier
Sehr gut wurden das Hotel und der Raum für die Siegerehrung ausgesucht. Das Hotel der Gäste lag nur 10m von der Siegerehrung entfernt. Da die Meisterschaft um 17:50 Uhr beendet war und von der Bowlingbahn zum Hotel nur fünf Minuten mit der U-Bahn entfernt lag, konnten alle Gäste gemütlich zur Siegerehrung antreten. Der Raum für die Siegerehrung war in den Tegeler Seeterrassen. Schön groß, ich meine zu groß. Die Gäste saßen einfach zu weit auseinander, so konnte keine gute Stimmung entstehen. Der Fachwart gab sich alle Mühe, in guter Entertainer Manier führte er die Siegerehrung durch. So wurde es doch noch für alle ein schöner Abend.

Hier möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass die 17. DSSV Bowling-Meisterschaft definitiv am 22.10.2011 in Kassel stattfindet. Ich würde mich freuen, wenn ich wieder ca. 80 Personen begrüßen darf. Vielleicht kann ich auch nächstes Jahr Sportler aus Regensburg begrüßen.