DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
Die DSSV Winterfreizeit 2010 im Ötztal/Tirol
Lothar Fritzsche

Nach 2008 wohnten die Freunde des Wintersports vom Deutschen Schwerhörigen Sportverband (DSSV) vom 09. bis 23. Januar 2010 erneut in dem schönen Vier-Sterne Hotel "Bergwelt" in Au bei Längenfeld-Sölden. Die Hotelfamilie Grüner, die uns in ihrem 1966 erbauten Hotel zum zweiten Mal aufnahme, freute sich und begrüßte uns alle herzlich mit einem tollen kulinarischen fünf Gänge Menü.

Die Teilnehmer der ersten Woche 09. bis 16.01.2010:

Zunächst wilderten die zwölf widerspenstigen Winternarren (davon sechs Münchner, vier Düsseldorfer, je ein Koblenzer/Hamburger) in der ersten Woche (09. bis 16.01.2010).

Nach der Begrüßung mit kurzen Infos des DSSV Winterfachwartes Lothar (Lolli) Fritzsche konnte die Münchner mit ihrem geliebten "TAC" Brett Spiel nicht bis zum Abend warten. Die anderen Teilnehmer wurden durch die TAC-Spiele (ein wunderbares, strategisches Denkspiel mit Partner gegen zwei andere Partner) aufmerksam und schon testeten die Düsseldorfer das Spiel am ersten Urlaubsabend.

Zuvor bekamen alle Teilnehmer vom DSSV jeweils eine umfangreiche, interessante Infobroschüre mit vielen Tipps sowie den Überraschungspräsenten, welche tatsächlich von vielen gern gelesen wurde.

Am nächsten Tag machten alle die vorgeschlagene Sonntagswanderung vom Hotel aus zum Dorf Winklen zur Pestkapelle nach Längenfeld zur Kaffeepause mit. Durch die wunderschöne Bergwelt wanderten wir die 6 km auf schneebedeckten Winterwegen. Während der Wanderung ließ sich zeitweise die Sonne blicken, die uns ein wenig aufwärmte. Nach gemütlichen 3 ½ Stunden erreichten wir unser Ziel. Dort genossen wir heißen Kaffee und den aromatisch duftenden Jaga-Glühwein. Zurück ging es auf einer anderen schnelleren Strecke, sodass fast jeder im geliebten Hotel in der Sauna, mit ihrem kleinen warmen Schwimmbecken, die -10 Grad Kälte abschütteln konnte.

Montags war für die Hälfte der Teilnehmer Skitag angesagt und diese griffen gleich die bekannten Söldener Gletscher Skigebiete, bei leichtem Schneefall, an. Der Rest der Winterfreizeitler spionierte per Fuß das höher gelegene Niederthaier (1550m h) Skilanglauf-Wander-Paradies aus.

Im Laufe der weiteren Tage nutzten einige die Ötz- und Obergurgl-Skigebiete, während andere durch Ausflüge die wunderschöne Strecken nach Kühtai (2020m h), Vent (1900m h) und den zollfreien Schweizer Samnaun (1840m h) genießen konnten.

Sogar Pitznauntal (bis 3440m Seehöhe) war vor uns nicht sicher, welches uns mit ihrem konstruktiven Meisterwerk, der unterirdischen Gletscher U-Bahn "Pitzexpress" (1.640 bis 2.840 m), zum Skigebiet überraschte.

Mitte der Woche gesellte sich ein Ulmer als (neuer) Winterfreund zu uns und dieser half den neuen TAC-Spielern, richtig zu spielen. Er blieb bis zum darauffolgenden Mittwoch, um auch die anderen der DSSV Gruppe kennen zu lernen.

Immer wieder überraschte unser Hotel seine Wintergäste mit ihren verschiedenen Büffets und einigen mit viel Liebe hergestellten Haupt- und Nachspeisen. Montags gab es ein romantisches Dinner im Sauna- und Schwimmbereich mit Sekt und Kerzenschein. Es wurde auch pro Woche ein Akkordeonspieler eingesetzt, der die weltweit bekanntesten Lieder spielte, bei denen auch viele hörende Gäste mitsingen konnten.

Auf dem Winterprogramm war auch die Winterboccia-Meisterschaft und das erste DSSV-TAC-Turnier, sowie das abendliche Würfelgewinnspiel, welches von allen fleißig besucht wurden und mit gespendeten Sachpreisen eine Belohnung fanden. Ebenso unsere beliebte Hüttengaudi mit Rodelabend stand auf dem Plan. Es war eine perfekte Rodelgaudi durch frischen und alten Schnee auf Wegen, die uns sicher und heil durch eine Stirnlampe die fast 6 km Strecke ins Tal brachte. Im Tal angelangt, mussten wir noch einen 20minütigen Mitternachtsmarsch zum Hotel machen, was uns auch sehr gut tat.

Auf dem riesengroßen Flachbildschirmfernseher mit einer Verbindung zum Laptop wurde uns eine Bildershow mit Fotos letzten Winterfreizeit von 2008 und denen der gerade erlebten Freizeit gezeigt. Jeder konnte sich gemütlich im Restaurantraum und mit seinen geliebten Getränken die tollen, verschiedenen Perspektiven auf den Urlaubsfotos ansehen, während man über die komischen Gesichter grinsen konnte.

Die erste Woche war ziemlich schnell um. Das Wetter war mit leichten Schneefällen, dann wieder wolkenfreiem Himmel und Sonnenschein sehr wechselhaft.

Die Teilnehmer der zweiten Woche 16. bis 23.01.2010:

Vor Beginn der zweiten DSSV-Winterwoche (16. bis 23.01.2010) überfielen uns die zwanzig närrischen Skialpinisten der Hamburger Gruppe mit großem Hallo beim Frühstück um 9 Uhr morgens. Diese tolle Gruppe fuhr von ihrer Heimat aus über Nacht durch die Bayerische Landesgroßmacht, still und heimlich, mit zwei geliehenen, schnellen VW-Bus-Flitzern, ohne Aufsehen, bis zur Hotel Ankunft durch.

Obwohl allen bekannt war, dass die Hotelleitung die Zimmervergabe erst ab 14 Uhr möglich machte, konnten doch einige bereits um 12 Uhr in ihren Zimmern die Urlaubswärme genießen. Während der Wartezeit nutzten viele Skiverrückte unseren Stamm-Skiverleih in Längenfeld und dort konnten sie sich mit den geliehenen Ski den restlichen Nachmittag Skifahren. Nach Ende des Skifahrens nutzte man noch den Apres-Ski als Höhepunkt vor der kostenlosen Rückfahrt mit dem Skibus zum Hotel.

Die anderen genossen ihre erste Mittagsuppe, welche in unserem ¾ Hotelpreisangebot, wie das Kuchenbüffet, inbegriffen war. Die anderen restlichen vier Nachzügler (Düsseldorfer und Züricher) kamen am Sonntag mit klopfenden Herzen, um ihre Zimmer bangend, an. Später kam noch eine Person hinzu und ein Überraschungsbesuch fürs TAC Spielen.

Auch die Teilnehmer der zweiten Woche erhielten vom DSSV Wintersportfachwart die Überraschungspräsente plus der umfangreichen Infoheftchen mit zusätzlichem Schreiber sowie drei Hanuta-Riegel. Aus der Schweiz stammende Gäste überraschten einige Hamburger, da sie sich aus vergangener Zeit kannten und die Freude war groß.

Richtig Skinärrisch waren vor allem die Hamburger. Egal, ob jung oder alt, fuhren von früh bis zum geht nix mehr die ganzen Söldener Skigebiete (150 Pistenkilometer) und die zwei Gletscher (Rettenbach, 2675-3250m und Tiefenbach, 2795-3249m: Ist mit 20 km die größte erschlossene Gletscherfläche Österreichs) rauf und runter.

Wieder einmal konnten die vielen schneeverliebten Sportler/Innen während ihres 7tägigen Aufenthalts die ebenso großen Ober- und Hoch-Gurgl-Skigebiete (110 Pisten km) nicht kennen lernen, was sicher bei der nächsten Winterfreizeit in Angriff genommen wird. Selbst das kleinere familienfreundliche Ötzskigebiet konnten sie aus Zeitmangel wieder nicht nutzen.

Ein Superwetter lockte wieder alle neun Winterwanderer und eine Skilangläuferin nach Niederthai (15 km vom Hotel entfernt). Wir wanderten gemütlich Stück für Stück in die Höhe bis wir an der oberen Skipiste ankamen. Dann war plötzlich Schluss. Der Übergang über die Piste war gesperrt und wir entschieden uns, den anderen, unbekannten Weg nach unten zu gehen. Dieser führte abenteuerlicherweise wieder direkt zur Skipiste. Wir ließen uns auf ein Abenteuer ein, als unser Koblenzer Hajo bei den steilen Pisten mit seinen Bergschuhen Stufen schuf. Der Blick nach unten rief bei einigen ein Herzklopfen hervor. Unten heil und verschwitzt angekommen, umarmten sich alle, nachdem das Abenteuer überstanden war und man genoss beim herrlichen Glühwein und Apfelstrudel die Loipenkulisse.

Hütten- Rodel- Gaudi:

Nach langer Zeit brodelte wieder mal die schöne Hütten-Rodel-Gaudi und diesmal mit 24 Personen von uns! Mit drei VW Bussen wurden wir pünktlich um 20.30 Uhr vom Hotel zur Wurzbergalm (1200m h) abgeholt. In einem Nebenraum konnten wir unter uns sein und brachten das Fest durch jede Menge lustiger Einfälle zum Höhepunkt. Einige genossen sogar Zigarren.

Es gab leckere Zirpenschnäpse (aus Zapfen) und deftigen Bio-Speckschinken mit Brote für alle, mit denen uns die Hamburgerin Ingeburg Greunig verwöhnte. Selbst der Hüttenwirt gab einen für die lustige Gruppe aus, so dass man fröhlich und gesund nach Mitternacht die Heimreise zum Hotel herunter sausen konnte.

Viele hatten Angst, die Rodelbahn im Dunkeln hinunterzufahren, welche jedoch nicht berechtigt war. Jeder Rodler bekam eine Stirnlampe, um wenigstens auf den winterlichen, harten, schneebedeckten 6 km Fahrwegen sehen zu können, wohin man mit dem kufigen Gefährt steuern soll.

Allgemein:

Drei weitere neue TAC-Interessierten Teilnehmer der zweiten Woche übten fleißig für das nächste TAC-Turnier, das mit 6 Personen durchgeführt wurde. Beim Eisstockschiessen Turnier nahmen zehn Herren und vier Damen teil, welches vom Turnierleiter Bernd Ruhnau bravourös durchgeführt wurde.

Als weitere Überraschung erhielten diejenigen, die für den Winterorganisator gleich als erster die Hotel Vollzahlung leisteten, sowie für die schöne Teilnehmerwerbung und die Mühen als freiwillige Skilehrer einen Rotwein-Sekt-Rosewein. Diese waren: Bernd Ruhnau, Karl Friedrich Harders, Jan Christian Lauer und Dirk Bracher. Aber auch alle Pärchen im DZ-APP Zi-EZ Nutzer erhielten Rotweine für ihre Teilnahme am DSSV Wintertreffen.

Vor einer Abschlussrede am Freitagabend bat der Winterobmann Lolli alle um eine Gedenkminute für unsern verstorbenen Sportkameraden Peter Greunig, der Stammgast bei der Winterfreizeit gewesen war. Man merkte, dass einer von uns fehlte, der für uns immer in ewiger Erinnerung bleiben wird. Danach wünschte der Winterobmann allen eine gute Heimreise und hoffte, dass es allen hier gut gefallen hat und alle beim nächsten Wintertreff wieder dabei sind.

Anschließend überreichte, im Namen aller Teilnehmer, Hans Joachim Wilbert (KO) einen getarnten Sparstrumpf mit einem großzügigen Geldspendeninhalt an den Organisator. Dieser musste tapfer seine fast kommenden Tränen unterdrücken und bedankte sich voller Freude.

Alle Zimmermädchen - Bedienung - Hotelleitung - Küche erhielten von uns kleine Präsente und Geldspenden in ein gemeinsames Hotelsparschwein. Zum Abschluss des Winterfreizeitreffens bekam unsere Schweizerin zum Frühstück zu ihrem Geburtstagstag einen Kuchen mit Feuerwerk vom Hotel Bergwelt serviert.

Für die schönen Sachpreisspenden bedanken wir uns herzlich bei den Raiffeisenbank Tölzer Land (TÖL), Ingeborg Greunig (HH) und Lothar Fritzsche (M), vor allem beim Hotel, das uns für einen guten Aufenthalt 3/4 Pensions-Preis-Rabatt gab.

An dieser Winterfreizeit nahmen 46 Personen aus allen verschiedenen Richtungen (HH, M, KO, F, D, Ulm, Schweinfurt, Duisburg, Zürich) teil, davon 15 neue Gesichter.

Laut kleiner Umfrage der Teilnehmer, wo sie gerne in den nächsten 2 Jahren ihren DSSV- Winterurlaub verbringen möchten, beantworteten 70%, dass sie diesen wieder im selben Hotel verbringen möchten. Der Rest woanders, um neues kennen zu lernen oder wieder in Flachau.

Als Organisator denke ich, es wäre nicht verkehrt, wenn wir nochmals dieses Hotel nehmen würden, denn es ist alles da, was man für einen wunderschönen Urlaub braucht. Auch für unseren Geldbeutel ist es gerade harmonisch angekommen. Woanders muss man mehr dafür zahlen wie z.B. Skipässe, Hotelkosten mit Sauna-Schwimmbad. Außerdem ist dieses Gebiet schneesicher fürs Skifahren und auch für Skilangläufer in unmittelbarer, höherer Umgebung. Trotzdem werde ich mich mal woanders umschauen.

Hinweise für alle zukünftige Winterinteressierten:
Es können alle teilnehmen. Egal, ob als Winterwanderer, Skilangläufer, Skialpiner, Rodler und es spielt auch keine Rolle, ob es sich um Hörende, Gehörlose, Schwerhörige handelt.

Jeder Teilnehmer kann Faulenzen oder an den Wettkämpfen beim Eisstockschiessen, Winterboccia, TAC-Brett spielen usw. teilnehmen.