DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
15. DSSV Bowling-Meisterschaft am 24.10.2009 in Essen
Dieter Wilczynski

Die 15. DSSV Bowling-Meisterschaft fand zum zweiten Mal in Essen statt. Es wurde in Joe´s Superbowling gespielt. Die Essener Crew mit Gundula Braun, Markus Braun und Jacek Koch hatten die Meisterschaft im Vorfeld hervorragend organisiert. Alles, was ich als Fachwart für die Meisterschaft brauchte ( Beamer, Leinwand etc. ), wurde mir zur Verfügung gestellt. Ich selbst brauchte nur meinen Laptop und die Spielunterlagen mitbringen. Das war eine schöne Entlastung für mich, so sollte es in Zukunft immer sein.

Für die Meisterschaft hatten sich 72 Teilnehmer angemeldet. davon 24 Damen und 48 Herren. Es hatten sich auch zwei Herren aus Freiburg angemeldet, dies wäre die erste Teilnahme aus Freiburg bei einer Bowling Meisterschaft gewesen. Aber leider erschienen sie nicht.

So waren es dann nur 70 Teilnehmer aus acht Vereinen: SSC Berlin, Hamburg SSV, SSC Kassel, SSC Essen, SSC Düsseldorf, GSV Magdeburg, SSC Hannover, SV Vaihingen.

Nicht dabei war diesmal der SFV Halle, der aus terminlichen Gründen absagen mussten. Aber fürs nächste Jahr in Berlin hat mir Sybille Walther schon ihre Zusage gegeben. Und vielleicht kommen ja doch ein paar Freiburger in die Hauptstadt.

Freitag 23.10.2009 - Training und Geselliger Abend

Am Tag vor der Meisterschaft fanden sich ab 18:00 Uhr schon einige Teilnehmer zum Training auf der Bowlinganlage ein. Natürlich war auch ich dabei. Nachdem ich einige Kugeln auf der Anlage geworfen hatte, war ich geschockt. So eine schlechte geölte Bahn habe ich schon lange nicht (NIE) erlebt. Als ich den Mechaniker fragte, was das für eine Ölung ist, sagte er mir: "Das ist eine normale Tannenbaum-Ölung mit 44 feet".

Bild A Tannenbaum-Ölung  Bild B Tannenbaum-Ölung
Bild A Bild B

Ich habe mal versucht bildlich darzustellen, wie eine normale Tannenbaum-Ölung aussieht (siehe Bild B: das Blaue soll die Ölung sein, wie ein Tannenbaum, das Gelbe die Pins). Aber in Essen sehen die Tannenbäume eben anders aus (siehe Bild A: so war die tatsächliche Ölung in Essen). Sogar bei Bundesligaspielen hat man eine Tannenbaum- Ölung von 35 feet. Als ich den Mechaniker fragte, ob man die Ölung ändern könnte, sagte er, nein, das würde drei Tage dauern. Na, ja !!!

Jetzt war mir klar, dass es am Samstag zur Meisterschaft viele Überraschungen geben würde. Die Bowler, die einen Bogenwurf bevorzugen, hätten kaum eine Chance gegen die Bowler, die einen geraden Wurf bevorzugen. Viele Berliner, die einen Bogenwurf spielen und auch ich, hatten jetzt einen dicken Hals.

Aber zum Glück hatten die Essener einen geselligen Abend im Restaurant "Der Löwe" organisiert, hier konnte man seinen Frust herunterspülen. Bei leckeren Speisen und Getränken wurde viel über die anstehende Meisterschaft diskutiert. Zu diesem geselligen Abend kamen immerhin 45 Personen.

Samstag 24.10.2009 - Meisterschaft und Siegerehrung

Pünktlich um 8:00 Uhr öffnete die Bowlinganlage ihre Pforten. Und fast alle Spieler waren schon da. Nach kurzer Aufbauzeit konnte ich die Teilnehmer zur 15. DSSV Meisterschaft recht herzlich begrüßen. Meine Worte übersetzte wie immer für mich Heike Schulz (Hamburg) für unsere gehörlosen Sportler in die Gebärdensprache. Nachdem es einige kleine technische Probleme mit der Eingabe der Namen und Anzahl der Spieler gab, konnten wir die Meisterschaft mit 15 min. Verspätung um 9:15 Uhr beginnen.

1. Damen-Mannschaft

Es nahmen sechs Teams an der Damen-Mannschafts-Meisterschaft teil. SSC Berlin, SSC Kassel mit zwei Mannschaften, Hamburg SSV, SSC Düsseldorf und der GSV Magdeburg.

Die Damen waren von der schlechten Ölung der Bahn nicht betroffen, sie bevorzugen alle einen geraden Wurf. Ich war natürlich gespannt, ob meine Berliner Mädels ihren Titel vom Vorjahr verteidigen konnten.

Aber gleich im ersten Spiel setzten vier Damen ihre eigene Duftmarke, die hieß: "Power aus Magdeburg". Leider kann man diesen Duft nicht kaufen, den muss man sich erarbeiten. Die Damen aus Magdeburg gingen im ersten Spiel mit 474 Pins vor Berlin mit 448 Pins in Führung. Danach klaffte schon eine große Lücke zu Kassel 1 mit 352 Pins. Gleich dahinter Hamburg mit 343 Pins.

Im zweiten Spiel waren es wieder die Damen aus Magdeburg mit dem besten Ergebnis: 468 Pins, machen in der Summe 942 Pins. Immer noch auf dem 2. Platz die Berliner Damen mit jetzt 880 Pins, 3. Kassel mit 813 Pins. 62 Pins Vorsprung vor dem letzten Durchgang, würden sich die Damen aus Magdeburg noch von ihrem ersten Titelgewinn verdrängen lassen? Das war die spannende Frage, denn noch nie waren die Damen aus Magdeburg nach zwei Durchgängen in Front, würden sie jetzt nervös werden?? Kommt jetzt endlich der Angriff aus Berlin?

Die Berlinerinnen haben wohl zuviel bei Hertha BSC Fußball geschaut. Der Angriff war ein laues Lüftchen, keine Durchschlagskraft. Sie konnten sich noch steigern, aber es reichte nicht, um ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Kassel machte noch mal einen Versuch, aber es blieb bei einem Versuch.

Ja und Magdeburg, ich kann nur sagen, diesen Duft sollte man sich für die Zukunft merken. Power aus Magdeburg überzeugte bei dieser Meisterschaft, die Damen schafften zum ersten Mal den Titel in der Damen-Mannschaftswertung. Mit 1385 Pins gewann der GSV Magdeburg klar. Herzlichen Glückwunsch an Magdeburg. 2. Platz SSC Berlin mit 1350 Pins, 3. Platz SSC Kassel mit 1287 Pins. Alle weiteren Plätze siehe Tabelle.

2. Herren-Mannschaft

Es nahmen zehn Teams aus acht Vereinen an der Mannschafts-Meisterschaft teil. Auch waren zwei DSSV Teams mit von der Partie. Die DSSV Teams habe ich letztes Jahr ins Leben gerufen. In diesen Teams sind Spieler, die in ihren Vereinen keinen Platz mehr gefunden haben oder es hat für eine SG nicht reicht. Damit sie nicht alleine sondern im Team Spielen können, habe ich die DSSV Teams erfunden. Ich glaube, das macht den Spielern auch Freude. Natürlich können diese Teams nicht Meister werden. Sie kommen zwar mit in die Wertung, aber bei der Vergabe der ersten drei Plätze bleiben sie außen vor.

Der Serienmeister aus Berlin (12x Meister) war natürlich der große Favorit und Titelverteidiger. Aber wie ich schon eingangs erwähnte, bevorzugen die meisten Berliner den Bogenwurf. Das könnte dazu führen, dass andere Clubs diesmal an dem Thron der Berliner Kräftig rütteln würden. Nicht verwunderlich, dass nach dem ersten Durchgang der SSC Kassel 1 mit 802 Pins die Führung übernahm. Dahinter der Titelverteidiger aus Berlin mit 775 Pins, nur 1 Pin weniger die Hamburger. Alle anderen Vereine schafften es nicht, über 700 Pins zu spielen.

Selbst überrascht von der Führung, machte der Kasseler Harald Schön auch gleich ein Foto vom Ergebnis. Wer weiß, wie lange Kassel noch in Führung bleibt. Er war wohl selbst nicht überzeugt von der Stärke seiner Mannschaft. Er sollte Recht haben.

Nach dem zweiten Durchgang hatten jetzt die Berliner die Nase vorn. Sie konnten sich mit einer guten Runde sogar ein wenig von Hamburg und Kassel absetzen. Sie führten mit 1614 Pins vor Hamburg mit 1552 Pins und Kassel mit 1546 Pins.

Kurioserweise führten die Berliner nach den 2. Durchgang mit der gleichen Pinzahl wie die Mädels aus Magdeburg, nämlich mit 62 Pins. Wenn es für die Damen aus Magdeburg gereicht hat, sollte es doch für den Serienmeister auch reichen und nervös werden die nicht mehr. Und Richtig! Der SSC Berlin verteidigte seinen Titel. Wurde aber mit der schlechtesten Pinzahl aller Meisterschaften zum 13. Mal Meister.

Der SSC Berlin schaffte 2398 Pins. Sie haben sich sozusagen durchs Öl gequält. Der Vizemeister-Titel war aber noch hart umkämpft. Hamburg führte ja nur nach zwei Durchgängen mit 6 Pins. Bis zum 9. Frame sah es auch so aus als würden die Kasseler es schaffen. Aber mit einer Energieleistung im 10. Frame schafften es die Hamburger doch noch. Sie wurden mit 5 mehr erzielten Pins Vizemeister. Sie schoben 2356 Pins. Knapp, ja sehr knapp dahinter, der SSC Kassel mit 2351 Pins.

Nicht ganz so stark wie die Damen waren die Herren aus Magdeburg. Aber mit ihrem 4. Platz, haben sie ihre beste Platzierung bei DSSV Bowling-Meisterschaften geschafft. Alle weiteren Plätze siehe Tabelle.

3. Damen-Einzel

24 Damen versuchten die begehrten ersten zehn Plätze zu erreichen, die dann das Finale bestreiten. Der starke Eindruck der Damen-Mannschaft aus Magdeburg setzte sich auch im Einzel fort. Gleich drei Spielerinnen aus Magdeburg erreichten das Finale der besten zehn. Dazu kamen drei aus Berlin, zwei aus Kassel, eine aus Düsseldorf und natürlich Gundula Braun aus Essen. Sie war auch mit Abstand die Beste aus der Vorrunde, sie war die einzige, die genau 1000 Pins schob, darunter auch ein 200er Spiel.

Es war natürlich klar, dass im ersten Durchgang Gundula gleich zeigte, wer Chefin in Essen ist: mit 184 Pins sofort in Führung gehen. Zweiter und Dritter waren die starken Damen aus Magdeburg, Irene Wolf mit 177 Pins und Corina Koschmidda mit 161 Pins.

Im 2. Durchgang schwächelten die drei Führenden etwas, so dass aus den hinteren Reihen einige Damen aufschließen konnten. Jetzt waren es fünf Damen, die eng beieinander waren. Aber es führte weiterhin Gundula mit 322 Pins, gefolgt jetzt von Irene Wolf mit 314 Pins. Auf den 3. Platz konnte sich eine Berlinerin nach vorn arbeiten, Marion Brach mit 300 Pins, Vierte jetzt Corina mit 297 Pins. Auch die dritte Dame aus Magdeburg war jetzt dran, Iveta Röcke kam auf 292 Pins.

Zwischen den 1. und 5. Platz waren nur 30 Pins Unterschied. Alles war für die fünf Damen möglich. Im letzten Durchgang war Gundula die überragende Spielerin, sie schob 194 Pins und sicherte sich zum vierten Mal den Meistertitel mit insgesamt 516 Pins.

Die bis dahin Zweitplazierte, Irene Wolf, brach völlig ein, sie schob nur 117 Pins und kam auf den undankbaren 4. Platz mit 431 Pins. Auch Marion Brach aus Berlin machte schlapp, mit 126 Pins im letzten Spiel und jetzt insgesamt 426 wurde sie nur Fünfte. Wer wurde den nun Vizemeister und Dritte??

Nach zwei Durchgängen noch Vierte, schaffte es Corina Koschmidda mit einer soliden Leistung von 158 im letzten Spiel, sich noch auf den 2. Platz hoch zu schrauben. Corina Koschmidda aus Magdeburg wurde mit 455 Pins Vizemeisterin. Dritte wurde eine Dame, von der ich noch gar nicht berichtet hatte. Sie lag mit 275 Pins nach zwei Durchgängen eigentlich schon weit zurück. Aber sie nutze die Schwächen der anderen gnadenlos aus. Im letzten Spiel mit 162 Pins und damit insgesamt 437 Pins, schaffte sie doch noch, sich den 3. Platz zu erobern, tolle Leistung. Alle weiteren Plätze siehe Tabelle

4. Herren-Einzel

Hier sollte sich meine Theorie bestätigen, diejenigen, die einen Bogenwurf bevorzugen, werden es sehr schwer haben, sich fürs Finale zu qualifizieren. So schafften es auch tatsächlich nur drei Spieler. Das soll natürlich um Gottes Willen nicht heißen, dass jemand, der einen geraden Wurf bevorzugt, ein schlechterer Spieler ist. Aber jeder Profi-Bowler spielt einen Bogenwurf, dieser ist einfach der effektivere Wurf. Durch die große Rotation der Kugel ist die Wahrscheinlichkeit eines Strikes größer, mehr Spin mehr Action. Aber jetzt Schluss damit.

Zehn Spieler qualifizierten sich fürs Finale. Das Schöne ist bis auf Hannover waren alle Vereine vertreten, das ist super. Nicht so wie in den letzten Jahren, da waren fast immer 6-8 Berliner und 2-3 andere im Finale.

Da viele dieser Spieler noch nie oder sehr selten im Finale waren, werde ich die zehn Teilnehmer namentlich in der Reihenfolge der Vorrundenplatzierung erwähnen:

  • Peter Hünnerscheidt (Kassel 1069 Pins)
  • Dieter Wilczynski (Berlin 1059 Pins)
  • Alfred Wilczynski (Berlin 1024 Pins)
  • Hans-Rainer Graap (Düsseldorf 1022 Pins)
  • Thomas Hannausek (Magdeburg 1013 Pins)
  • Frank Simon (Kassel 989 Pins)
  • Bernd Böning (Hamburg 988 Pins)
  • Bernd Flaschel (Berlin 985 Pins)
  • Hans Hinrich Bade (Hamburg 982)
  • Jacek Koch (Essen 982 Pins)

Gleich in der ersten Runde setzte ein alter Veteran ein Zeichen. Bernd Flaschel, der erste Meister von 1995 wollte diese Chance nutzen, er ist ein Spieler, der den geraden Wurf sehr gut beherrscht. Er schob 200 und ging gleich in Führung. Dahinter der Lokalmatador aus Essen, Jacek Koch schob 182 Pins. Auf dem dritten Platz mit 179 kam Bernd Böning.

Dann kam eine Weile gar nichts. Mit 147 Pins belegte Frank Simon den vierten Platz. Wer jetzt meinte, man könne hier schon eine Tendenz erkennen, der irrte gewaltig. Im 2. Durchgang wurde alles durcheinander gewirbelt. Der einzige, der seinen Platz behaupten konnte, war Bernd Flaschel, der jetzt 353 Pins hatte und weiterhin auf Platz 1 blieb. Vom 2. auf den 6. Platz wurde Jacek Koch durchgereicht. Er hatte jetzt 318 Pins. Punktgleich auf dem 3. Platz waren Bernd Böning und Frank Simon mit 325 Pins. Aber Alfred Wilczynski schob sich jetzt bis auf den 2. Platz vor, mit 332 Pins. Auch Peter Hünnerscheidt mit 323 Pins auf dem 5. Platz hatte noch alle Chancen. Dieter Wilczynski mit 290 Pins und Hans-Rainer Graap mit 286 Pins hatten wohl nur noch geringere Chancen auf Edelmetall.

Im letzten Durchgang kam Bernd Flaschels Sternstunde. Er machte das beste Spiel im Finale, schob 219 Pins und wurde nach 1995 fünfzehn Jahre später zum zweiten Mal mit insgesamt 572 Pins überlegener Meister.

Alfred Wilczynski, der sich nach oben gearbeitet hatte, konnte diesen 2. Platz verteidigen. Er wurde mit 495 Pins Vizemeister. Nur ganz knapp um 2 Pins geschlagen, wurde Peter Hünnerscheidt. Er verfehlte die Silbermedaille und wurde mit 493 Pins Dritter. Erwähnenswert ist noch die Leistung von Hans-Rainer Graap, der nach zwei Durchgängen nur auf dem achten Platz lag, aber im letzten Durchgang ein 203er Spiel hinlegte und sich bis auf den vierten Platz hoch kämpfte und nur um 4 Pins am Bronze-Platz vorbeischrammte. Schade. Alle weiteren Plätze siehe Tabelle.

5. Damen-Doppel

Ich glaube, von den zwölf Damen, die im Doppel angetreten sind, hatten zehn Doppel die Chance, Meister zu werden. Im Damen- und Herren-Doppel braucht man sich ja nicht fürs Finale qualifizieren, weil alle Doppel drei Spiele absolvieren und wer die meisten Pins hat ist Meister. So sollte es sein, aber darüber später.

Bei den Damen wurden neue Titelträger gesucht. Die Meister 2008 waren nicht am Start. Aber man spürte bei den Damen, dass so langsam die Kraft und Konzentration wich. Immerhin, wer von den Damen im Einzel-Finale war, absolvierte jetzt sein zehntes Spiel. Das ist für nicht so Geübte schon sehr viel. Wer jetzt noch die nötige Kraft, Lust und Konzentration hatte, würde sich auch durchsetzen.

Mit nicht so dollen Ergebnissen, gingen drei Doppel in Führung, Tatjana Nitzschke mit Partnerin Marie-Luise Richter (147 Pins) vor Katja Nispel und Gundula Braun (145 Pins) dahinter Viola Brandenfels und Birgit Nürnberger (143 Pins).

Nach dem zweiten Durchgang übernahm das Doppel Katja Nispel/Gundula Braun mit insgesamt 308 Pins die Führung. Noch in Reichweite lag das Doppel Birgit Nürnberger/Viola Brandenfels mit 295 Pins. Danach entstand eine Lücke von über 30 Pins. Auf dem dritten Platz jetzt das Doppel Marion Brach/Elke Tönnies mit 275 Pins, auf den vierten Platz zurückgefallen das Doppel Tatjana Nitzschke/Marie-Luise Richter mit 261 Pins.

Mit viel Traubenzucker, Willenskraft und ihrem besten Spiel im Finale schafften es Marion Brach und Elke Tönnies (beide Berlin), ihren ersten Titel im Damen-Doppel zu holen. Mit insgesamt 443 Pins wurden sie Doppel-Meisterinnen.

Heute war der Tag der knappen Ergebnisse, weil Birgit Nürnberger und Viola Brandenfels (beide Kassel) mit nur drei Pins weniger auf dem zweiten Platz landeten (40 Pins). Den dritten Platz sicherte sich das Duo Katja Nispel (Berlin) und Gundula Braun (Essen) mit 429 Pins. Alle weiteren Plätze siehe Tabelle.

6. Herren-Doppel

Wer sich sagt, das waren bisher alles ganz schön knappe Resultate, dem kann ich nur sagen, es wird noch enger. Wie bei den Damen so gab es auch bei den Männern keine Titelverteidiger. Dafür gab es mindestens zwölf Doppel-Paarungen, die durchaus das Zeug zum Meistertitel hätten.

Der erste Durchgang plätscherte so dahin. Alle versuchten erstmal, eine sichere Hausnummer zu setzen, auf der man aufbauen kann, dann im zweiten Durchgang zuschlagen. So war es auch. Nach dem ersten Durchgang konnte kein Team Akzente setzen, zehn Doppel trennten gerade mal 16 Pins.

Aber im 2. Durchgang, da kamen die Ergebnisse. In Führung gingen Alfred Wilczynski/Dieter Nitzschke (beide Berlin) nach zwei guten Spielen mit 351 Pins. Durch das bärenstarke zweite Spiel mit 216, schraubten sich Peter Hünnerscheidt/Harald Schön (beide Kassel auf den zweiten Platz.

Auf dem dritten Platz Andreas Koenen/Bernd Flaschel (beide Berlin) mit 337 Pins, danach Mario Tröster/Rainer Batz (beide Kassel) mit 325 Pins. Auf dem fünften Platz Dieter Wilczynski/Gerald Schlenther (beide Berlin) mit 319. Nur ein Pin weniger Olaf Drews/Michael Guth (beide Hamburg) mit 318 Pins. Dann kamen noch drei Teams mit 305, 304 und 303 Pins. Ihr seht bis zum neunten Platz alles dicht beisammen. Der letzte Durchgang musste die Entscheidung bringen. (Dieses sollte aber nicht geschehen).

Nach dem letzten Durchgang des Abends waren es noch sieben Teams, die mit nur 18 Pins Differenz auseinander waren. Auf den 7. Platz kamen Peter Hünnerscheidt/Harald Schön aus Kassel mit 487 Pins. Auf den 6. Platz mit nur zwei Pins mehr kamen Markus Braun/Ernst Sander aus Essen mit 489 Pins. Wieder eine kleine Steigerung von fünf Pins mit 494 Pins wurden Andreas Koenen/Bernd Flaschel aus Berlin Fünfter. Auf den 4. Platz, wieder nur vier Pins mehr, wurden Jacek Koch/Volker Balzer aus Essen mit 498 Pins. Jetzt wird's noch knapper. Nur einem Pin mehr erzielte das Doppel Alfred Wilczynski/Dieter Nitzschke aus Berlin den dritten Platz mit 499 Pins.

Jetzt passiert es. Auf dem ersten Platz mit 505 Pins sind Michael Guth/Olaf Drews aus Hamburg, damit neuer Doppel Mů, eben nicht. Weil das Doppel Dieter Wilczynski/Gerald Schlenther aus Berlin ebenfalls 505 Pins erzielte, gab es zwei erste Plätze. Was nun ???

Ganz einfach, es musste ein Stechen entscheiden. Die Regel besagt, wenn mehrere Spieler oder Doppel punktgleich auf dem ersten Platz stehen, entscheidet das Stechen über ein Spiel. So ein Stechen gab es in 15 Jahren DSSV Bowling noch nie.

Schnell wurde eine Bahn genommen, auf der das entscheidende Spiel stattfinden sollte. Das Duell hieß Hamburg mit Olaf Drews/Michael Guth gegen Berlin mit Dieter Wilczynski/Gerald Schlenther. Dieses Spiel entpuppte sich zum Spiel "Not gegen Elend". Das hatte mehrere Gründe, der eine machte jetzt sein 12. Spiel, der andere hatte sich schon fast umgezogen, die anderen beiden steckten schon ihre Köpfe ins frisch gezapfte Bier. Ein tolles Ergebnis kam nicht mehr zustande, aber spannend war es. Das Spiel war schon fast zugunsten von Dieter Wilczynski/Gerald Schlenther entschieden, als tatsächlich im 10. Frame Olaf Drews mit einem Double es noch mal spannend machte. Denn jetzt musste zum Sieg Dieter Wilczynski den letzten Wurf räumen und mindestens einen fünfer Anwurf machen. Er räumte und warf einen Strike.

Jetzt war endlich alles klar. Neuer Doppel-Meister sind Dieter Wilczynski und Gerald Schlenther aus Berlin. Vizemeister sind Olaf Drews und Michael Guth aus Hamburg. das Ergebnis im Stechen war 123 zu 117. Alle weiteren Plätze siehe Tabelle

Siegerehrung und Abschlußfeier

Die Siegerehrung fand im Hotel/Restaurant "Am Kreuz" statt, etwas abgelegenen, aber gut erreichbar. Der Raum war sehr gemütlich und groß, so dass alle Sportler genügend Platz hatten.

Die Arbeit als Fachwart für Bowling ist am Tag der Meisterschaft sehr anstrengend, aber sie macht auch viel Spaß. Leider macht sie keinen Spaß wenn man zur Siegerehrung verkünden muss, dass ein Mitglied verstorben ist. Zum Anfang der Siegerehrung bat ich die Sportler, sich für eine Schweigeminute zu Gedenken von Peter Greunig (Hamburg) von den Plätzen zu erheben. Natürlich befolgten alle meine Bitte.

Es war jetzt schwer für mich, in den normalen Rhythmus einer Siegerehrung zu kommen. Aber erstmal musste ich Bernd Böning, unserem 1. Vorsitzenden des DSSV gratulieren. Er hatte klammheimlich am 1.10.2009 Regina Knopf geheiratet. Ich als Fachwart übereichte dem Brautpaar einen Blumenstrauß und eine Hochzeitskarte.

Danach gratulierte ich auch noch zwei Sportlern zum Geburtstag. Im Anschluss fand die Siegerehrung statt, die bei den Sportlern wieder sehr gut angekommen ist. Zum Abschluss informierte ich alle, dass die nächste Meisterschaft am 16.10.2010 in Berlin stattfinden wird.

Auf Wiedersehen in Berlin 2010

Danach übernahm Markus Braun aus Essen das Zepter. Er Spielte DVDs ein mit dem Titel "Schlager der Woche". Sofort wurde die eh gute Stimmung nochmals aufgeheizt. Mit Schunkeln, Polonaise und vielen Tänzen endete dann irgendwann die Feier. Alle waren glücklich und zufrieden und freuen sich schon auf Berlin 2010.

Ich würde mich sehr freuen euch alle und noch viel mehr, wieder in Berlin begrüßen zu dürfen.

Euer Fachwart
Dieter Wilczynski