DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
8. DSSV Asphaltstock-Meisterschaft, 20.09.08 in Nürnberg-Fürth/Dambach
bei der DJK Concordia Fürth
Lothar – Lolli Fritzsche

Ludwig Erhard, Vater des deutschen Wirtschaftswunders und zweiter Kanzler der Bundesrepublik, wurde in Fürth (bei Nürnberg) geboren, ebenso wie Henry A. Kissinger, von 1973 bis 1976 Außenminister der USA, Friedensnobelpreisträger von 1973.

Fürth hat mit einem reichhaltigen Angebot in den Bereichen Kultur, Kunst, Sport, Musik, Festen und vielen anderen mehr zu bieten. Um Fürth jedoch richtig kennen zulernen, braucht man viel Zeit.

Diese hatte der Deutscher Schwerhörigen Sportverband (DSSV) am 20. 09. 2008 leider nicht. Man war den ganzen Tag von 10.30 Uhr bis 17 Uhr damit beschäftigt, die 8. DSSV Asphaltstock Meisterschaften in Fürth-Dambach durchzuführen.

Die Kleeblattstadt weist mit 17,84 Baudenkmälern pro 1000 Einwohnern die höchste Denkmaldichte aller deutschen Großstädte auf und nebenbei gibt es dort auch die schöne Asphaltstockbahn Anlage von der DJK Concordia Fürth 1920 e.V.

Für die Veranstaltung der DSSV Meisterschaft hatte der 3. Fürther Bürgermeister Markus Braun gerne die Schirmherrschaft übernommen und bekam vom DSSV ein flüssiges Präsent. Seine Gemeinde spendierte dem Verein DJK Concordia Fürth 14 neue Asphaltstöcke, Stiele und Platten (für Schule und Sport), die wir zum ersten Einsatz testen durften.

Der Veranstalter, die Hörgeschädigten Freizeit Sportgruppe Franken (HFSF) mit ihrer Vorsitzenden Anita Greiner begrüßte alle von weither gereisten Sportler/innen aus Hamburg, Kassel, Düsseldorf, München und ihre einheimischen Spieler/innen.

Zuvor eröffnete der Hamburger (HH) DSSV-Asphaltstock-Fachwart Torsten Brauckhoff mit seinem Turnierleiter Bernd Ruhnau (HH) das Spektakel und erläuterte die genauen Spielregeln. Während der ganzen Rede (auch bei der Siegerehrung) übersetzte Anita Greiner für alle anwesenden Hörbehinderten, die die Rede nicht ganz verstehen konnten, in stumme Lautsprachbegleitende Gebärdensprache.

Kurz vor dem Startschuss der Wettkämpfe hieß der Concordia Stock Abteilungsleiter Wolfgang Keßner und seine 5 Helfer/innen alle Willkommen. Es war für sie eine große Ehre, dass die Deutsche Meisterschaften auf ihrem Gelände ausgetragen wurden.

Neunzehn Einzelwettkämpfe, davon 6 qualifizierte Frauen und 5 Männermannschaften nahmen teil und versuchten angestrengt mehr Zähler zu erspielen. Alle mussten vor dem Spielbeginn ihre DSSV Sportpässe zeigen und man freute sich, dass alle ihre Vereinstrikots an hatten.

Um Vor- und Nachteile der eigenen Stöcke zu vermeiden, kamen nur die neuen Stöcke der Concordia zum Einsatz, was ich auch gut fand und auch einigermaßen korrekt für alle war.

In der Regel sollte eigentlich jeder seinen eigenen zugelassenen Meisterstöcke mitbringen und benutzen dürfen, da es bei fremden Leihstöcken immer wieder Meinungsverschiedenheiten gab. Der DSSV als Ausrichter versuchte und bemühte sich immer wieder, es jedem Recht zu machen, was nicht immer gelang.

Die Gleitplatten, ob in Rot, Blau, Gelb, Weiß oder in Orange durften ausgesucht werden und es blieb jedermann überlassen, mehr oder weniger viel Kraft auf sie anwenden, um die Stöcke auf der langen Stockbahn bis zur Zieldaube zu schieben.

Mannschaft

Als erstes musste die Mannschaftswertung ran, und um eventuelle Vorteile zweier Vereinsmannschaften zu vermeiden, mussten sich gleich beim ersten Spiel die zwei Hamburger (HH-I und HH-II) Mannschaften untereinander messen. Die zweite Mannschaft gewann souverän. (HH-I mit J. Lauer, B. Ruhnau., T. Vorholt und M. Guth, HH-II mit Lydia u. Th. Roski, M. Krogmann und T. Brauckhoff)

Viele schimpften und fluchten bei ihren misslungenen Versuchen. Man konnte förmlich spüren, dass alle Mannschaften ihre Wettkämpfe sehr ernst nahmen.

Am spannendsten war der Kampf zwischen HH-II und Franken, denn die einheimische Gruppe (mit A. Greiner, K. Bloss, O. Shon und H. Hirschfelder) schaffte als einzige, die HH-II Mannschaft zu schlagen und hatte am Ende 4:4 Punkte.

Zeitgleich spielten auf der anderen Bahn die HH-I und die Münchner Gruppe (mit Lolli, Ch. Muggenthaler, Gerhard u. Stephanie Burks), die jeweils 2:2 Punkte hatten und erster werden konnten, was am Ende keiner von beiden schaffte.

Beide (HH I und München) wiesen am Schlussspurt die gleiche Punktzahl (4:4) wie die Franken auf, wodurch es HH-1 mit den besseren 394 Schubpluszahlen zum Vize reichte und die Münchner zähneknirschend mit 5 fehlenden nur 389+ den dritten Platz besetzten.

Die ehrgeizigen Franken (381+) mussten mit dem undankbaren 4. Platz vor der gemischten Mannschaft (S. Schulz - Düsseld., W. Feck - M, u. K.-P. Hünnerscheidt - KS) vorlieb nehmen. Neuer DSSV-Mannschaftsmeister wurde die Hamburger zweite Mannschaft mit 6:2 Punkte und 391 Zähler.

Verpflegung

Der Fürther Grillmeister und Sportwart Edi Ruhland versorgte alle Stockschützen und Zuschauer mit seinen Grillfleisch, Würste und selbst gemachten Salaten. Zum Kaffee boten weitere Fürther/innen leckere selbstgebackene Kuchen an, die fast ausverkauft waren.

Einzel – Damen

Drei Stockbahnen und jede Menge Leihstöcke bot uns der Fürther Stockverein an und so konnten die Damen auf der Mittelbahn zeitgleich mit der starken Schöpfung spielen. Während des Spiels beobachteten die Fürther Stockspezialisten Roland Fritsch und Ottmar Wilhelm das geschehen und gaben auch spezielle Tipps für die richtige Schwunghaltung.

Im Daubenschießen lag die Fränkin Anita Greiner mit 48 (somit Daubenkönigin) vor der Düsseldorferin Simone Schulz mit 34 und den 33 Zählern der Münchnerin Stephanie Burks auf dem vorläufigen Spitzenplatz.

Beim Lattenschiessen ist noch mehr Zielsicherheit gefragt und dies gelang wiederum Anita der erste Platz mit 54 Zählern vor Simone mit 46 und der Fränkin Kerstin Bloss mit 45 Zählern.

Die Gesamtsumme von Daube und Latte ergibt die für den DSSV-Meistertitel entscheidenden Zähler. Diesmal fiel sie für Anita Greiner (HFSF) mit 102 Zählern sehr günstig aus und sie wurde damit neue DSSV-Meisterin im Stockschießen (im Vorjahr wurde sie vierte in Kassel).

Mit dem Vizemeistertitel durfte sich die Düsseldorferin Simone Schulze (Titelverteidigerin von 2007) mit 80 Gesamtzählern schmücken vor der Münchnerin Christine Muggenthaler mit 29 + 40 = 69 Zählern.

Weitere Plätze: 33 + 34 = 67 Z. St. Burks (M), 19 + 45 =64 Z. K. Bloss (HFSF) und 14 + 42 = 56 Z. L. Roski (HH)

Einzel – Herren

Dreizehn Stockschützen wurden durch die gezogenen Lose auf zwei Bahnen verteilt. Dann begannen die Einzelkämpfe um den Titel.

Einige freuten sich zu früh, da ihr Stock genau neben der Daube stand, der nachfolgende Stock ihn aber wieder aus dem mittleren Kreis schubste. Manche machten es schlauer und stellten sich möglichst neben die Daube, so dass er nicht rausgeschmissen wird und man so bis zum Ende wertvolle Zähler sammeln kann.

Als drittbester Daubenschütze konnte sich der Hamburger Torsten Vorholt mit 44 Zählern platzieren, und mit noch 2 mehr schaffte der überraschend starke Franke Herbert Hirschfelder es auf die zweite Stelle. Mit der einsamen Spitze von 49 Zählern konnte sich der Münchner Lolli zwischendurch als „Dauben-Meister“ behaupten.

Die entscheidende nächste Runde war das Lattenschießen mit den geraden Schildzahlen von 2 bis 10. Jeder darf zehnmal schießen, wobei die höchste Zahl pro Schub bei 10 liegt, welche aber volle Konzentration erfordert. Wer um Millimeter mit dem Stockstiel zwischen 10 und 8 Zähler vorbei zielt bzw. keine der Latten berührt, hat Pech gehabt.

Von 100 möglichen, wurde der Hamburger Vorjahresmeister Bernd Ruhnau mit 74 Zählern Lattenkönig. Hinter ihm mit nur 2 Zählern weniger sein Landsmann Jan Christian Lauer und de zuverlässigen Kasseler Lattenspezialist Klaus-Peter Hünnerscheidt (beide 72).

Der letzte Schub von Lolli wurde zum Verhängnis, denn sein Stiel klebte plötzlich an seiner schwitzenden Hand und der Stock kullerte beim loslassen ins Leere. Somit hat er seinen lang ersehnten Titel verpasst, da er nur noch mindestens vier Zähler gebraucht hätte, während der Titelverteidiger Bernd in der Gesamtabrechnung 117 Zähler (43 + 74) erreichte und sich zum wiederholten Male über den Meistertitel freuen konnte.

Mit 115 Zählern (49 + 66) wurde Lolli DSSV-Vize; der Kasseler Vorjahres-Vize Klaus-Peter lag in dem Daubenkampf mit 36 Zählern weit hinten und schnappte sich im Endspurt mit der Gesamtzahl von 108 Zählern noch den dritten Platz vor dem Hamburger Torsten Vorholt (44 + 62 = 106 Zähler).

Weitere Platzierungen (alle unter der 100 Zählerzahl):
J. Chr. Lauer (HH) mit 98 Z., G. Burks (M) mit 92 Z., M. Krogmann (HH) mit 90 Z., H. Hirschfelder (HFSF) mit 88 Z., T. Brauckhoff (HH) mit 85 Z., W. Feck (M) mit 76 Z., Th. Roski (D) mit 61 Z., M. Guth (HH) mit 57 Zähler und O. Shon (HFSF) mit 54 Z.

Die Ergebnisüberblicke kann man im Internet bei www.d-s-s-v.de unter Ergebnisse, Asphaltstock, Tabelle mit den vielen Bildern nachlesen bzw. sehen.

Siegerehrung in der Gaststätte Goldenes Herz

Am selben Tag, gegen 18.30 Uhr traf man sich zusammen mit den DSSV-Schützen zur Feier des Tages im Gasthaus Goldenes Herz. Ein großes Herz hatte der Wendelsteiner Bürgermeister Herr Werner Langhans, der trotz seiner knappen Freizeit für diesen Abend zur Verfügung stand. Der Bürgermeister freute sich, dass in seiner Gemeinde die DSSV-Meisterschaften ausgetragen wurden und es war ihm eine große Ehre. Er bekam vom DSSV ein flüssiges Präsent, welches er mit seiner Frau genießen kann.

Auch der Fürther Stockfachwart Wolfgang Keßler nahm sich Zeit und bekam für seinen Einsatz vom DSSV-Fachwart Torsten und Turnierleiter Bernd eine Überraschung, in der eingraviert war „Zur Erinnerung DSSV–Meisterschaft 2008 Asphaltstockschießen, Fürth / Dambach“ mit der bekannten Hummelfigur auf einem Holzsockel.

Bei der Preisverteilung, um 22 Uhr, wurden auch alle DSSV-Urkunden, Medaillen und Pokale an die Teilnehmer verteilt. Es gab sogar vom Verein und anderen Sponsoren gespendete Sachpreise. Auch die Loskäufer der von der HFSF veranstalteten Tombola kamen nicht zu kurz und konnten sich anschließend ihre Preise abholen (es gab keine Nieten).

Am Ende der Ehrung wurde ein DSSV-Gruppenbild zur Erinnerung an die DSSV-Meisterschaften gemacht, das an die Fränkische Presse weiter geleitet wurde.

Die nächste 9. DSSV-Asphaltstock-Meisterschaft findet am 19. September 2009 weit im Norden in Hannover statt.