DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
9. DSSV Tischtennis-Mesiterschaft, 08./09.06.2007 in Düsseldorf
Gerhard Fischer

Zum 2. mal war Düsseldorf Gastgeber der DSSV Tischtennis-Meisterschaften. Wie 2003 spielten wir auch diesmal im Sportleistungszentrum von Borussia Düsseldorf. Das Zentrum wurde modernisiert und erweitert. So konnten wir spielen, schlafen und feiern unter einem Dach. Gegenüber den Vorjahren hat sich der Teilnehmerkreis um 50% vergrößert. Besonders erfreulich war die Teilnahme von 7 Mannschaften und TT-Spieler aus 8 verschiedenen Städten.

Mannschaftsspiele:

Die Favoriten waren die Titelträger der letzten Jahre: Berlin und Hamburg. Ob sie dieser Rolle gerecht werden, war diesmal ungewiss. Die erstmals teilnehmenden Erlanger hatten mit Herbert Hirschfelder einen starken Spieler und mit Sabine Meier eine starke Spielerin. Die Freiburger mit dem Titelverteidiger Christian Fischer und einem neuen Spieler stand auch auf der Rechnung der Titelaspiranten. Die Düsseldorfer, Stuttgarter und Kasseler schienen die Außenseiterrolle inne zu haben.

Diesmal bildeten wir 2 Gruppen, wo jeder gegen jeden spielte. In der Gruppe A standen Hamburg, Erlangen und Kassel. Die Hanseaten und Franken setzten sich zwar durch, hatten aber beide ihre Mühe mit Kassel. Kassel unterlag den Hamburgern mit 2:4 und Erlangen mit 3:4 denkbar knapp. Im Spitzenspiel Hamburg gegen Erlangen mussten die Hamburger 2 Punkte an Erlangen abgeben.

In der 2. Gruppe mit Berlin, Freiburg, Stuttgart und Düsseldorf konnte sich Berlin gegen Düsseldorf mit 4:0, Stuttgart 4:0 und Freiburg 4:1 klar behaupten. Die Sensation in dieser Gruppe schaffte der SSC Düsseldorf. Mit ihrem neuen starken Spieler, Rüdiger Schöler, überraschten sie alle Gruppengegner. Selbst die Berliner hatten einige Probleme. Düsseldorf gelang zwei Siege: gegen Freiburg (4:2) und Stuttgart (4:3). Grund der Niederlage der Freiburger war, dass die Breisgauer die Düsseldorfer unterschätzten und ihren besten Spieler Christian Fischer gegen dessen Vater Martin Fischer ausgetauscht hatten. In Bestbesetzung gewannen sie gegen Stuttgart das letzte Spiel klar mit 4:0.

Im Halbfinale standen sich Berlin – Erlangen und Hamburg – Düsseldorf gegenüber. Im ersten Halbfinalspiel Berlin – Erlangen konnte nur Herbert Hirschfelder für die Franken gegen den Berliner Wolfgang Slania punkten. Das Doppel Elke Tönnies/Wolfgang Slania war gegen Erlangen erfolgreich. Die beiden anderen Punkte holten Elke Tönnies und Gerhard Fischer für die Berliner. Danach machten Elke und Gerhard im 2. Doppel den Sack mit den 4 Gewinnpunkten zu. Gegen Hamburg konnte der Düsseldorfer Rüdiger Schöler allein nichts ausrichten. Hamburg gewann 4:2 und stand damit gegen Berlin im Finale.

Im Finale wusste man nicht genau, wie die beiden Einzel Gütschow-Slania und Tönnies–Breckmann ausgehen würden. In den Doppel waren auf Grund der stärkeren Spielerin die Berliner favorisiert. Wie gegen Erlangen musste Wolfgang Slania sich gegen die Hamburger 1 Klaus Gütschow nach 5 Sätzen geschlagen geben. Damit stand es 1:1.

In den anderen Einzel konnten sich Elke Tönnies gegen Dieter Breckmann und Gerhard Fischer gegen Marie-Luise Richter behaupten. Mit einer 3:1 Führung konnte das 2. Doppel Tönnies/Fischer beruhigt ins entscheidende Spiel gegen Richter/Breckmann gehen. Wie gegen Erlangen gewannen Elke und Gerhard auch dieses Doppel und damit war der SSC Berlin erneut DSSV-Meister.

Im Spiel um den 3. Platz konnten sich die Erlanger gegen Düsseldorf mit 4:1 klar behaupten. Die Begegnung um den 5. Kassel – Freiburg konnten die Hessen für sich entscheiden. Die Rote Laterne blieb bei Stuttgart-Vaihingen.

Ich muss feststellen, dass dieses für mich eine der schönsten Mannschaftsmeisterschaften der letzten Jahre war. Es ist lange her, dass wir 7 Mannschaften beim Tischtennis hatte. Toll fand ich auch die ausgeglichenen Spiele. Die Favoriten wurden gefordert und wissen, dass es in Zukunft schwerer wird. Durch die Teilerfolge werden sie motiviert sein und versuchen, sich zu verstärken. In diesem Sinne hoffe ich auf 2008 und freue mich darauf.

Damen-Einzel

Das Teilnehmerfeld bei den Damen war diesmal verhältnismäßig groß. Es hatten sich 10 Damen angemeldet. Kerstin Bloß musste dann doch noch aus gesundheitlichen Gründen absagen. Um das Teilnehmerfeld in einem 8er Feld spielen zu lassen, mussten 3 Damen in der Qualifikationsrunde um die beiden letzten Plätze spielen.

Von der Rangliste her waren diese die beiden Neulinge, Simone Schulz (Düsseldorf) und Anita Greiner (Erlangen), sowie Karin Fischer (Berlin). Karin Fischer konnte sich ohne große Probleme in jeweils 3 Sätzen durchsetzen und sich somit für die Hauptrunde qualifizieren. Im Spiel um den letzten Platz der Hauptrunde setzt sich Simone gegen Anita durch.

In der ersten Begegnungen der Hauptrunde konnten sich Elke Tönnies, Sabine Meier und Tiina Pöhler erwartungsgemäß durchsetzen. Die Überraschung war das Resultat in der Begegnung Christa Fischer gegen Marie-Luise Richter. Die bisher auf Platz 5 der Rangliste des DSSV geführte Christa Fischer unterlag Marie-Luise Richter (Rang 7).

In den Halbfinalbegegnungen Tönnies-Richter und Meier- Pöhler gewannen die vermeintlichen Favoritinnen. Im Finale hatte die Titelverteidigerin Elke Tönnies diesmal mit Sabine Meier eine Gegnerin, wo sie gefordert wurde. Sie konnte sich auf Grund der besseren Spielpraxis durchsetzen.

DSSV-Meisterin
Vizemeisterin 
3. Rang
4. Rang
5. Rang
6. Rang 
7. Rang
8. Rang
9. Rang
Elke Tönnies
Sabine Meier
Tiina Pöhler
Monika Rambow
Christa Fischer
Marie Luise Richter
Karin Fischer
Simone Schulz
Anita Greiner
Berlin
Erlangen
Düsseldorf
Berlin
Freiburg
Berlin
Berlin
Düsseldorf
Erlangen

Herren-Einzel

Das Teilnehmerfeld bei den Herren war gegenüber den Vorjahren erfreulich. Neben den Neulingen aus Erlangen sind, wie Frank Pohl und Christian Jung, Spieler aus der Vergangenheit wieder aufgetaucht. Das Teilnehmerfeld versprach einen spannenden Verlauf.

In der ersten Runde im Hauptfeld gab es nur Begegnungen zwischen starken  Spielern und Hobby-Spielern. Die starken Spieler setzten sich alle ohne Ausnahme durch. In der 2. Runde wurde es für die meisten Spieler schwer. Begegnungen wie Böning (Hamburg)–Schön(Kassel), Breckmann (Hamburg)–Jung (Vaihingen), Kretschmer (Hamburg)– Slania (Berlin) und Hirschfelder (Erlangen)–Schöler (Düsseldorf) versprachen spannende Spiele zu werden. So manches Match ging über 5 Sätze.

In dieser Runde konnten sich Schön, Jung, Pohl, C. Fischer, Slania, Gütschow, Harders und Hirschfelder behaupten. Im Viertelfinale spielten C. Fischer–Schön, Jung–Slania, Gütschow–Harders und Pohl–Hirschfelder. Bei der Paarung Pohl–Hirschfelder trafen zwei Spitzenspieler aus den 80iger und 90iger Jahren aufeinander. In der Vergangenheit, so habe ich in Erinnerung, gewann Herbert Hirschfelder diese Spiele. Diesmal konnte sich Frank Pohl aus Hannover durchsetzen.

Die Teilnehmer im Halbfinale waren Christian Fischer (Freiburg)–Wolfgang Slania (Berlin) und Klaus Gütschow (Hamburg)–Frank Pohl (Hannover). Christian und Frank konnten diese Spiele für sich entscheiden und standen damit im Finale. Im Finale zeigte der Titelverteidiger aus Freiburg das er gegenüber dem Vorjahr sich noch weiter entwickelt hatte. Frank Pohl hatte dem Jugendlichen (11:4, 11:5, 5:11, 11:3) nicht viel entgegen zu setzen.

DSSV-Meister
Vizemeister
3. Rang
4. Rang
5. Rang
6. Rang
7. Rang
8. Rang
Christian Fischer
Frank Pohl
Herbert Hirschfelder
Klaus Gütschow
Wolfgang Slania
Harald Schön
Christian Jung
Rüdiger Schöler
Freiburg
Hannover
Erlangen
Hamburg
Berlin
Kassel
Vaihingen
Düsseldorf

Bemerkenswert bei dieser Tabelle ist, dass unter den ersten 8 alle teilnehmenden Städte vertreten sind. Diese 8 Spieler qualifizierten sich für das Doppel-Mixed. Das bedeutete, dass sie mit einer weiblichen Partnerin an der Seite im Doppel antreten konnten.

Doppel-Mixed

Durch die Doppelzusammenstellung eines starken und eines weniger starken Spielers waren alle Doppel fast ausgeglichen. Galt es den für starken Spieler, den schwächeren leistungsmäßig mitzuziehen. Für den schwächeren Spieler ist es oft motivierend, an der Seite eines starken Spielers zu spielen. Dieses spiegelte sich dann in seinen Leistungen wieder. Es ist bei dieser Zusammenstellung nicht abzusehen wer hier als Siegerpaar hervorgeht.

Es gab bei diesem Modus noch nie ein Doppel, welches in der gleichen Paarung Meister wurde. Das Doppel Elke Tönnies/Uwe Bösecke spielten schon zweimal zusammen. Sie schafften es auch schon, ins Finale zu kommen. Diesmal scheiterten sie schon in der ersten Runde am Doppel Christa Fischer/Harald Schön. Der Meister im Einzel schied auch mit seiner Partnerin Anita Greiner in der ersten Runde aus. Resultat war, dass die beiden Einzelmeister mit ihren Partnern in der ersten Runde ausschieden.

Die erste Runde überstanden die Doppel C. Fischer/Schön, Rambow/Jung, Pöhler/Schöler und Meier/Breckmann. Aus diesen Doppel gelang es die Doppel Monika Rambow/Christian Jung (Berlin/Vaihingen) und Sabine Meier/Dieter Breckmann (Erlangen/Hamburg). Dieter Breckmann stand schon häufig im Finale oder erreichte dem 3. Platz und gewann eine Medaille. Meister wurde er aber mit einer Partnerin noch nie. Diesmal hatte er mit Sabine Meier eine Partnerin wo er sich wirklich Hoffnungen machen konnte. Waren doch die Herren Breckmann und Jung auf beiden Seiten fast ebenbürtig, war doch Sabine Meier weitaus stärker als Monika Rambow. Dieser Unterschied war wohl auch von Bedeutung das Dieter Breckmann mit Sabine Meier mit 8:11, 11:2, 12:10 und 11:6 den Titel gewannen.

Insgesamt war es in Düsseldorf eine Meisterschaft, die fast allen Spaß machte. Das Größere Teilnehmerfeld brachte mehr Spannung in den gesamten Ablauf der Meisterschaft. War Düsseldorf in den letzten Jahren oft ein Gegner, der immer im Mannschaftswettkampf sieglos blieb. Durch ihre Verstärkung mit Rüdiger Schöler wurden sie zum ersten Konkurrenten. Sie scheiterten erst im Halbfinale an dem Vizemeister Hamburg,

Ergebnisse der Mannschaftswettkämpfe:

Gruppe A Hamburger SSV – SSC Kassel 4:2 1. Hamburger SSV2:0 P 8:4 S
  SSC Kassel – ISG Erlangen 3:4 2. ISG Erlangen 1:1 P 6:7 S
  Hamburger SSV – ISG Erlangen 4:2 3. SSC Kassel 0:2 P 5:8 S
 
Gruppe B SSC Düsseldorf – SSC Berlin  0:4 1. SSC Berlin3:0 P12:1 S
  SSG Freiburg – SV Vaihingen4:02. SSC Düsseldorf  2:1 P8:5 S
  SV Vaihingen – SSC Berlin 0:43. SSG Freiburg 1:2 P 7:8 S
 SSC Düsseldorf – SSG Freiburg  4:24. SV Vaihingen 0:3 P3:12 S
  SSG Freiburg – SSC Berlin 1:4   
  SV Vaihingen – SSC Düsseldorf 4:3    

 

Spiel um dem 5. Platz: SSG Freiburg - SSC Kassel 3:4
Halbfinalspiele: SSC Berlin – ISG Erlangen 4:1
  SSC Düsseldorf – Hamburger SSV 2:4
Spiel um den 3. Platz: ISG Erlangen – SSC Düsseldorf 4:1
Finale: SSC Berlin – Hamburger SSV 4:1

Abschlusstabelle

  1. SSC Berlin
  2. Hamburger
  3. ISG Erlangen
  4. SSC Düsseldorf
  5. SSC Kassel
  6. SSG Freiburg
  7. SV Vaihingen
Damen-Einzel
DSSV Meisterin
Vizemeisterin
3. Platz
Elke Tönnies
Sabine Meier
Tiina Pöhler
SSC Berlin
ISG Erlangen
SSC Düsseldorf
 
Herren-Einzel
DSSV Meister
Vizemeister
3.Platz
Christian Fischer
Frank Pohl
Herbert Hirschfelder
SSG Freiburg
SSC Hannover
ISG Erlangen
 
Doppel-Mixed
DSSV Meister
Vizemeister
3. Platz
Sabine Meier/ Dieter Breckmann
Monika Rambow/Christian Jung
Christa Fischer/Harald Schön