DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
DSSV Schach-Meisterschaft in Berlin, am 03.11.2007
Ernst Sonnenburg

Nach dem alle Teilnehmer pünktlich erschienen sind, wurde die diesjährige Schachmeisterschaft um 10:00 Uhr begonnen. 11 Teilnehmer hatten sich gemeldet, obwohl der SCC Berlin kurzfristig als Veranstalter eingesprungen ist. Wiederum hat sich eine Gruppe als Veranstalter gemeldet, doch auf Bitten und Nachfragen wurde anfangs um Terminverschiebung gebeten, dann hat man sich jedoch nicht mehr gemeldet.

Statt des Schweizer Systems konnte das Turnier in zwei Gruppen begonnen werden, wobei die jeweils aussetzenden Spieler der Gruppen gegeneinander spielten. So hatte keiner Spielfrei. In Halbfinale spielten dann der erste Platz gegen den zweiten Platz und dies mit den Schwarzen und weißen Steinen, also zwei Mal gegeneinander. Die jeweiligen Sieger ermittelten im Endkampf die jeweilige Platzierung. Die Bedenkzeit betrug 25 Minuten pro Spieler.

In Gruppe 1 spielten:In Gruppe 2 spielten:
Karlheinz Birke (München)
Gerhard Fischer (Berlin)
Frank Bohlin (Hamburg)
Marcus Braun (Stuttgart)
Johannes Scheurer (Stuttgart)
Dietrich Metzner (Berlin)
Heiner Dahlhoff (Essen)
Werner Beilecke (Berlin)
Thomas Simon (München)
Bernd Böning (Hamburg)

Karlheinz- Dietrich 1:0
Gleich zum Anfang mussten diese beiden Kontrahenten gegeneinander antreten. Da sich beide Schachspieler gut kannten, versprach diese Partie interessant zu werden. Die weißen d5 und b4 Bauen übten nach der Eröffnung von Weiß einen ernormen Druck auf Schwarz aus; doch der Angriff wurde dann zu zögernd weitergeführt, sodass Dietrich in der Partie erstarkte; er konnte jedoch den Verlust der Partie nicht vermeiden.

Heiner - Bernd 1:0
Bernd verlor sehr früh die Dame und danach die Partie durch einen schlechten Figurenabtausch; obwohl Heiner die Oberhand in dieser Partie hatte, kam er jedoch durch überhastete Angriffe in Schwierigkeiten, gewann diese Partie aber noch.

Werner - Thomas 1:0
Eine grundsolide und im Angriff starke Eröffnung überforderte Thomas und Werner siegte.

Marcus - Frank 0:1
Die Partie verlief sehr ausgeglichen; hier wird wohl der erste Fehler den Verlust der Partie einleiten. Marcus tauschte falsch und Frank gewann diese Partie.

Gerhard - Johannes 1/2 : 1/2
Der Neuling Gerhard musste sich erst einmal warm spielen; die Damen auf Wanderschaft und keine ausreichende Eröffnungsstellung von Gerhard ließen einen Erfolg nicht zu. Johannes konnte sich leichte Vorteile erspielen. Er geriet dabei im Zeitverzug. Man einigte sich auf ein Remis.

Die Spielzeit wurde von vielen Spielern nicht ausgenutzt, sodass die zweite Runde früher begonnen werden konnte.

Thomas - Marcus 1:0
Mit Schwarz verteidigen, dass muss von Marcus geübt werden. Thomas gewann bereits durch einen Figurenverlust durch Marcus und gab den Vorteil nicht mehr Preis.

Karlheinz - Gerhard 1:0
Gerhard ließ zuviel Figuren auf der Königslinie und versperrte sich zudem noch die Königsseite; diese wurde ihm zum Verhängnis.

Johannes - Frank 1/2 : 1/2
Johannes hat sich den F2 Springer blockieren lassen; Frank starte seinen Angriff auf der a- c Seite; hat aber diesen Angriff nicht konsequent weitergespielt.

Dietrich - Heiner 1:0
Dietrich eröffnete sehr solide und brachte dadurch Heiner in Schwierigkeiten. Mit zwei Türmen wurde auf der a - c Seite durch Dietrich der Angriff erfolgreich durchgeführt.

Bernd - Werner 0:1
Bernd schützte nicht die A + B Seite und der Angriff von Werner rollte zum Sieg.

Die dritte Runde konnte nicht ausreichend verfolgt werden, weil alle Partien sehr schnell beendet waren.

Thomas - Bernd 0:1; Werner - Dietrich 1:0;
Heiner - Gerhard 0:1; Marcus - Johannes 0:1; Frank - Karlheinz 1/2:1/2.

4. Runde

Gerhard - Frank 0:1
Gerhards Angriff verpuffte, weil dieser nicht weiter verfolgt wurde; Frank errang die Hoheit und gewann.

Karlheinz - Marcus 1:0
Eine Zeitlang war die Partie ausgeglichen; Marcus übersah einen Springerangriff mit Damengewinn; Karlheinz gewann die etwas verworrene Partie.

Bernd - Johannes 1:0
Obwohl Bernd einen Fehler durch einen Bauernzug machte und außerdem die Dame verlor, konnte er diese Partie gewinnen.

Heiner - Werner 0:1
Zwei ungesicherte Bauern wurden Heiner zum Verhängnis.

Dietrich - Thomas 1:0
Thomas kämpfte gegen Windmühlen; Dietrich hatte immer einen guten Gegenzug parat.

5. Runde

Johannes - Karlheinz 1/2 : 1/2
Johannes spielte gut, denn er verhinderte die Rochade von Karlheinz. Das Mittelfeldspiel entwickelte sich zu einem Krimi; keiner konnte einen Gewinnzug anbringen.

Marcus - Gerhard 1:0
Nach langem Hin und Her verschaffte Marcus sich einen Vorteil und gewann nach einem Turmdurchbruch auf der h- Seite.

Werner - Frank 1/2:1/2
Werner hatte zwar einen Bauernvorteil, der in jedoch nicht half. Frank verteidigte die Stellung sehr geschickt.

Bernd - Dietrich 0:1
Eine zu weit geöffnete h- f Seite führte zum Sieg von Dietrich.

Thomas - Heiner 0:1
Thomas ließ seinen König zu sehr und ungedeckt wandern.

In Halbfinale standen sich Dietrich und Karlheinz gegenüber. Beide Partien endeten mit 1:0 für Weiß. Da Karlheinz in der Vorrunde mehr Punkte als Dietrich erzielt hat, kam Karlheinz in die Endrunde um den 1. Platz. Johannes - Werner war eine klare Angelegenheit für Werner; er gewann beide Partien. Bernd - Frank wurde durch Frank dominiert. 2:0 für Frank. Marcus - Heiner; die Routine führte Heiner zum 2:0. Thomas - Gerhard endete 1 ½:½ für Thomas.

Im Endkampf um den 1 und 2 Platz trafen Karlheinz und Werner aufeinander. Gegen die weiße e-h Eröffnung setzte Werner auf die Gegenseite und schob sich weit vor. Die schwarze Damentangente bedrohte die weiße Stellung. Der schwarze Läufer der weißen Felder wurde durch Karlheinz geschickt bedrängt und Werner machte einen falschen Zug und fesselte sich diesen Läufer. Um diesen Läufer wieder frei zu bekommen waren mehre Züge notwendig. Diese Tempoverluste nutzte Karlheinz und gewann diese Partie und wurde somit DSSV Schachmeister 2007. Den Kampf um Platz 3 gewann Dietrich; er hat mit einem Damengambit eröffnet und Johannes unter Druck gesetzt. Platz 5 gewann Heiner, nach dem er einen Läufer gewonnen hatte. Marcus verlor gegen Bernd, weil er zu schnell unüberlegt die Figuren tauschte.

Meister Karlheinz Birke (München)
  1. Platz Werner Beilecke (Berlin)
  2. Platz Dietrich Metzner (Berlin)
  3. Platz Johannes Scheurer (Stuttgart)
  4. Platz Heiner Dahlhoff (Essen)
  5. Platz Frank Bohlin (Hamburg)
  6. Platz Bernd Böning (Hamburg)
  7. Platz Marcus Braun (Stuttgart)
  8. Platz Thomas Simon (München)
  9. Platz Gerhard Fischer (Berlin)

Nach der Siegerehrung, welche Ernst in seiner gewohnten Art und Weise durchführte, waren wir in das Haus der 100 Biere am Richard - Wagner - Platz gegangen und haben den anstrengenden Tag mit guter Speise und gutem Trank beendet.