DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
Frauenwochenende 2007 in St. Wendel
Anita Greiner und Katja Klahold- Schön

Unser diesjähriges Frauenwochenende führte uns in die Bosenberg Klinik in St.Wendel (Saarland). Der Einladung von Herrn Dr. Seidler folgend reisten wir am Donnerstag, den 17. Mai ab 16:00 Uhr in der Klinik an. Leider hatten wir erst kurz vorher erfahren, dass wir nicht in der Klinik übernachten könnten, sondern in einem Hotel in der Stadt ausgegliedert werden. Aber wir machten das Beste draus, auch wenn der Berg vom Hotel zur Klinik schon recht beschwerlich war.

Um 16:30 Uhr startete dann unser Wochenend-Symposium. Diesmal war es ein straffer Programmablauf und nicht wie vor 2 Jahren ein Wellness- Wochenende.

Herr Dr. Seidler und seine Frau hießen alle 10 Frauen recht herzlich willkommen und der Programmablauf wurde besprochen. Anschließend gab es einen Vortrag über CI (Chochlear Implantat). Gegen 18:00 Uhr gab es dann Abendessen in der Klinik.

Im Anschluss daran unterhielten wir uns noch mal darüber, wie das Wochenende verlaufen sollte. Es stand also fest, dass wir im Hotel übernachten und frühstückten, alle weiteren Mahlzeiten fanden in der Klinik statt.

Danach hielt Frau Birgit Seidler-Fallböhmer einen Vortrag über NLP (Neuro Linguistisches-Programmieren). Durch NLP kann man folgendes lernen:

  • kleine und große Ziele zu erkennen und erreichen
  • Stress zu bewältigen
  • Ängste aufzulösen
  • mit Kritik konstruktiv umzugehen
  • seine Zeit besser einzuteilen
  • innere Konflikte zu lösen
  • Psychosomatische Beschwerden und Zwänge aufzulösen
  • sich selbst sinnvoll zu motivieren
  • seine Kreativität, Lebensfreude und Lebensqualität insgesamt zu steigern
  • effektiv lernen zu lernen
  • eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden.

An Hand von Beispielen zeigte Frau Seidler-Fallböhmer wie dieses zu verstehen ist und jeder mit sich selbst damit umgehen kann. Und gab uns als Leitspruch ein Zitat von Christian Morgenstern mit auf dem Weg:

    "Wer das Ziel nicht hat, kann den Weg nicht haben,
    muss im selben Kreis all sein Leben traben."

Gegen 21:00 Uhr mussten wir uns dann leider verabschieden, weil Familie Seidler an diesem Wochenende nicht in der Klinik war. Wir fuhren dann mit den Autos zum Hotel und bezogen erst mal unsere Zimmer. Anschließend trafen sich einige der Frauen noch in der Gaststätte, um sich ein wenig auszutauschen.

Am Freitagmorgen ging es dann recht früh wieder los. Wir trafen uns um halb 8 zum Frühstücken, um anschließend gleich in die Klinik zu fahren oder laufen. Um 9:00 Uhr begannen wir dort mit einem Vortrag über den komplexen Tinnitus, Ursachen und Behandlung. Herr Erik Diwersy erklärte sehr verständlich alles rund ums Thema Tinnitus und Hörschädigung und beantwortete gerne die dazu gestellten Fragen. Für alle Betroffenen war es ein sehr interessanter Vortrag. Herr Diwersy führte uns dann auch durch den Rest des Wochenendes, er ist leitender Sporttherapeut an der Bosenberg Klinik.

Der Vortrag dauerte bis 10:30 Uhr, dann war eine halbe Stunde Pause. Um 11:00 Uhr trafen wir uns dann wieder mit Herrn Diwersy wo er uns Einblicke und Grundlagen des Tai Ji beibrachte. Tai Ji, im amerikanischen Tai Chi geschrieben, ist eine Sportart mit langsamen Bewegungen, wo die Kraft aus der Entspannung und nicht wie bei den meisten anderen Sportarten aus der Anspannung kommt. Es dient zur Entspannung und Meditation, kann aber bei guten Kenntnissen auch zur Selbstverteidigung genutzt werden. Der Vorteil dieser Sportart ist auch, dass es kaum Verletzungen gibt. Es gibt verschiedene Stile des Tai Ji, wobei die bekanntesten und ältesten der Chen-Stil (Ursprung) und Yang-Stil (bekannteste und weit verbreiteste) sind.

Um 12:30 Uhr ging es dann zum Mittagessen und im Anschluss daran fuhren wir ins Hotel, um bis 15 Uhr Mittagspause zu machen. Um 15 Uhr trafen wir uns dann vor dem Hotel mit Herrn Diwersy zu einem Stadtrundgang. Er zeigte uns ein paar schöne Lokale, wo wir den Samstagabend schön Ausklingen lassen können. Aber auch die Kultur kam nicht zu kurz, wir schauten uns u.a. die Wendelinusbasilika an, wo wir das Glück hatten, dass grade ein Priester anwesend war, der einen viertelstündlichen Vortrag über die wichtigsten Dinge des spätgotischen Baues erzählte. Sehenswert waren auf alle Fälle die Steinkanzel und das Hochgrab mit den Gebeinen des heiligen Wendelinus. Die Basilika zieht immer wieder viele Pilgergruppen an.

Anschließend schauten wir uns noch die Altstadt und das Mia Münster Haus an, wo die Kreisbibliothek mit dem Stadtarchiv sowie das ebenfalls als Museum mit ständigen Ausstellungen der St. Wendeler Künstlerin Mia Münster beherbergt sind. Leider war dieses Gebäude schon geschlossen. Zum Abschluss schauten wir uns noch den Kugelbrunnen an, ein faszinierendes Bauwerk des Künstlers Christian Mayer. Eine riesige 4,2 Tonnen schwere Kugel aus Amazonit-Granit schwebt und dreht sich auf einer hauchdünnen Wasserschicht. Alle waren begeistert von der Führung.

Nach der Führung fuhren wir wieder zur Klinik, um dort das Abendessen einzunehmen. Um 19:00 Uhr hatten wir dann noch freies Gestalten mit Farben, was von Herrn Marc Menzler geleitet wurde. Vielen der Frauen fiel zum Thema Malen erst gar nichts ein. Als wir uns dann auf das Thema Frühling geeinigt hatten, kamen dann doch noch bei jedem Gedanken hervor, die wir dann zu Papier brachten. Es standen alle Varianten von Farben zur Verfügung so dass der Phantasie freien Lauf gelassen werden konnte. Bei Einigen entstanden sehr schöne Bilder und durch die sanfte Hintergrundmusik konnte man sehr gut dabei entspannen. Gegen 21:00 Uhr hatten wir wieder alles zusammengeräumt und fuhren oder liefen zurück zum Hotel, wo wir uns noch für 1 Getränk zusammen setzten, allerdings waren alle Frauen recht müde, so dass wir auch recht bald in den Betten verschwanden.

Am Samstagmorgen trafen wir uns wieder um 7:30 Uhr zum Frühstück, um anschließend gut gerüstet mit Sport- und Badesachen zur Klinik zu starten. Dort trafen wir uns dann um 9:00 Uhr wieder mit Herrn Diwersy im Kraftraum, wo wir uns umziehen konnten und erst mal eine kurze Einleitung zur menschlichen Wirbelsäule und deren Verletzungsfolgen bekamen. Anschließend gingen wir dann in die Sporthalle, wo wir erst Wirbelsäulengymnastik und Muskelaufbautraining machten und anschließend noch die Möglichkeit zum Tischtennis und Badminton spielen hatten.

Nach dem Mittagessen hatten wir dann die Möglichkeit, uns noch ein Patientenzimmer anzuschauen, was für einige der Frauen sehr interessant war, weil sie in Erwägung ziehen, mal eine Reha-Maßnahme in St. Wendel zu machen. Danach konnten wir entweder im Ruheraum ein wenig Mittagschlaf machen oder noch in den Kraftraum gehen, um ein paar Geräte auszuprobieren. Nach der Mittagspause, die viele tief und fest schlafend verbracht haben, ging es dann wieder in die Turnhalle. Jetzt stand Tai Ji auf dem Programm. Erik Diwersy zeigte uns viele Übungen und zeigte auch, was er so alles kann, er ist eben ein Tai Ji-Profi.

Nun stand Schwimmen und Sauna auf dem Programm. Nach den sportlichen Betätigungen freuten wir uns auf das kühle Nass. Einige Frauen gingen in die Sauna, andere nur Schwimmen. Wir konnten auch Erik Diversy ins Wasser locken und er hatte sogar einen Ball. Jetzt spielten wir Wasserball, was uns sehr viel Spaß machte. Mittlerweile war es 17.00 Uhr. Wir zogen uns um und gingen zum Abendessen. Danach machten wir noch einige Erinnerungsfotos mit Erik Diversy und verabschiedeten uns von ihm.

Wir fuhren bzw. liefen in unser Hotel. Dort beschlossen wir, noch einen Bummel durch das schöne Städtchen St. Wendel zu machen. Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein Eis. Dabei verquatschten wir uns dermaßen, dass die Gaststube im Hotel schon geschlossen war, als wir heim kamen, so dass wir auf unseren Gute-Nacht-Trunk verzichten mussten und todmüde von diesem sportlichen Tag in unsere Betten fielen und auch gleich eingeschlafen sind.

Am Sonntagmorgen schliefen wir etwas länger und frühstückten dann ganz gemütlich. So gegen 10.00 Uhr fuhren die Ersten los in Richtung Heimat. Es war ein sehr schönes Wochenende. Wir bedanken uns alle ganz herzlich bei Gerhard Fischer, der das Bundes-Sport-Frauentreffen in St. Wendel organisiert hat und hoffen, dass wir uns in 1 oder 2 Jahren alle gesund und munter wieder treffen.