DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
DSSV Winterfreizeit in Gortipohl / Hochmontafon
Rita Wilbert - April 2006
Winterfreizeit  
Fasching  

Zu Beginn der zweiten Urlaubswoche (11.02.06 - 18.02.06), während sich die "Zwei-Wochen-Urlauber" der DSSV-Winterfreizeit noch im frisch gefallenen tiefen Pulverschnee tummelten und die ersten "Ein-Wochen- Urlauber" schon wieder auf der Heimreise waren, stieg ich bei strahlendem Sonnenschein in Schruns aus dem Zug.

Das 39 km lange Montafoner Gebiet bot sich mit seinen vielen Möglichkeiten, für alle hörbehinderten und guthörenden Winterurlauber für einen abwechslungsreichen, entspannenden Urlaub an.

Unser nimmermüde Deutscher Schwerhörigen Sportverband (DSSV) Organisator Lothar Fritzsche, alias Lolli, hatte vor einem Jahr, auf der Suche nach einem guten zentralen Urlaubsquartier in diesem Tal, die "Alpenrose" gefunden.

So hatten wir in Gortipohl (950m) ein gediegenes Haus mit geräumigen Zimmern, einen sehr aufmerksamen Wirt (Hr. Röschl mit Frau), sowie besonders herzliche, freundliche Bedienungen und Hauspersonal. Für die Gäste gibt es eine Sauna, die wir fleißig besuchten, die Zimmerfernseher sind mit Videotext ausgestattet und das umfangreiche Frühstücksbüffet lockte einem morgens leichter aus dem Bett.

Die Stimmung der aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten DSSV Winterurlauber war heiter und wohlwollend, da wir alle die gemeinsame Zeit genießen und Spaß haben wollten.

Viele Teilnehmer freuten sich über das Wiedersehen nach längerer Zeit, es gab immer etwas zu erzählen und mitgebrachte Fotos anzuschauen.

Auch der inoffizielle "Lachclub" des DSSV, der vor zwei Jahren in Flachau entstand, trat gleich nach dem Abendessen spontan zu einer Sitzung zusammen. Wir lachten viel und fühlten uns gleich viel lockerer.

So wurden weitere Mitglieder in diesem "Club" aufgenommen, nachdem sie sich mit einem Humorbeitrag qualifiziert hatten. Der Club sorgte mit der Weitergabe von Witzen und Anekdoten mit für die fröhliche Stimmung im Hause.

Über die nahe Bushaltestelle konnten wir kostenfrei und bequem die Bergbahnen der Silvretta-Nova, am Hochjoch und andere Skigebiete erreichen.

Oder auch weiter entfernte Langlaufloipen, wenn man nicht einfach in Gortipohl am Fluss Ill gleich los laufen wollte.

Jeder suchte sich sein Vergnügen selbst aus: Skiabfahrten im Tiefschnee mit Jausen in gemütliche Hütten oder Apres Ski an der Eisbar. Langlaufen in Richtung dem höher gelegene Ort Partenen (1051m), oder ins Tal zum Städtchen Schruns (700m).

Schneewanderungen entlang der Loipen, oder auf einem der vielen geräumten Winterwanderwege. Es gibt sehr viele wunderbare Wanderwege am Hochjoch, am Bartholomäberg (1087m) oder im Silbertal (890m).

Zwischendurch mal zum Shopping und Kaffeetrinken in Schruns, wo auch einst Hemingway eine Zeit seines Lebens verbrachte.

Ein besonders gefragtes Ziel von uns war das zünftige Lokal "Zum guten Tropfen", ein Motorradtreff an der Silvretta-Hochalpenstraße am Ortsende von Partenen. Natürlich ist die Tourenstraße im Winter gesperrt und das Gasthaus heizte mit seinem speziellen Hauspunsch statt Biker unsere Urlauberrunde ein.

Jeden Abend konnten wir in der rustikalen Aufenthaltsstube der Alpenrose am Kachelofen sitzen, lachen, reden oder spielen. Auch im ebenso gemütlichen Speiseraum saßen wir nach dem Essen noch eine ganze Weile mit Gesprächen zusammen.

An einem Abend gab Lothar eine Diashow mit allerlei interessanten und ernsten Bildern, die mit Sprüchen und Witzen und einem originellen Ratespiel über die Herkunft und Aussagen von Werbespots begleitet wurden.

Zudem gab es ein kleines Quiz, bei dem eine für uns wichtige Frage war, in welchem Jahr die Idee für den DSSV entstand, wann und wo sie gegründet wurde. Wer weiß es noch? Für die richtigen Antworten gab es kleine Anerkennungspreise.

Das DSSV-Eisstockschießen auf einem Platz am Rande von Gortipohl wurde wacker, trotz der Kälte an dem so schattigen Eissportplatz, durchgeführt. Kritisch beobachtet und begleitet auch von den Zuschauern. Zwischendurch konnten sich die Durchgefrorenen in der Sportplatz-Gaststätte mit allerlei Heißem wieder aufwärmen.

An einem Abend machte sich ein Teil der Gruppe auf zum traditionellen Nacht-Rodeln.

Nach 20 Minuten auf einem schönen Winterwanderweg waren wir an der Garfreschabahn in St. Gallenkirch,. während ein Teil der Rodelgruppe mit Autos hinfuhren.

Es gab einen leichten Schlitten für jeden Einzelnen und damit ging es mit der mit der Sesselbahn durch die eiskalte Nacht auf 1500 m hinauf. Danach zu Fuß, ein weiteres Stück höher erreichten die Rodler den urigen "Brunella Wirt" wo sie sich bei kräftiger Musik und heißen Getränken in Stimmung brachten.

Gegen 22.15 Uhr ging es dann mit viel Gaudi auf der gut beleuchteten Rodelbahn, die etwas holprig die Knochen durchrüttelte nach unten. Trotz frisch gefallenen Schnee ging es glatt voran und trafen alle um 22.50 Uhr wieder an der Talstation ein.

Unser Hauswirt Hr. Röschl unterhielt sich immer wieder persönlich mit uns und bestellte für die Hausgäste zu einem fröhlichen Mittwochabend zwei Montafoner Musiker.

Wir warteten gespannt darauf und hatten dann nach einer Aufwärmphase viel Vergnügen an den Witzeinlagen, Tänzen, Spielchen und der Polonaise, die wir aufs Parkett im frei geräumten Speiseraum legen konnten.

Die Musiker, mit Ziehharmonika und Gitarre, zünftig in Lederhose und Tirolerhut, legten sich ins Zeug, um uns Schwerhörige - Gehörlose - Guthörende in Stimmung zu bringen.

So ging eine nach der anderen aus sich raus, um mal ausgelassen und fröhlich zu sein.

Schon tags darauf wurde es wärmer, aber der Regentag, vom Wetterbericht einige Tage voraus angekündigt, konnte uns nichts anhaben. Wir hatten alle einige Tage Sonne getankt, da konnte uns ein Matschtag die Laune nicht verderben.

Im Gegenteil, wir hatten eine vergnügliche Schneematschwanderung in Schruns, an der Ill entlang.

Dazu besichtigten wir die besonders schön stehende und sehenswerte 1452 - 1454 im gotischen Stil erbaute Marien-Wallfahrtskirche in Tschagguns.

Dann landeten wir im imposanten 500 Jahre alten Gasthof "Zum Löwen". An einem, genau für uns passenden, zünftigen großen Tisch bestellten wir österreichische Spezialitäten wie Kaiserschmarrn, Apfelstrudel und Germknödel.

Der Donnerstag ist Markttag in Schruns, wo viele Südtiroler Spezialitäten, italienische Nudelspezialitäten, Murmeltiersalbe sowie auch Bioprodukte angeboten werden. Es gab verschiedene Kostproben, sowie warmes Käsebrot, das fürchterlich roch, aber sehr schmackhaft ist.

Zum Abschlussabend war der Höhepunkt die Siegerehrung des umkämpften DSSV-Eisstockschießen-Wettbewerb. Die Hamburger Organisatoren und Sportler taten dies in einem festlichen Rahmen.

Besonders wichtig war uns zum Schluss das große Dankeschön an Lothar, weil er uns mit seinem Einsatz und Mühe diesen schönen Urlaub mit vielen unvergesslichen Erlebnissen ermöglicht hatte.

Dieser Dank galt auch dem vorbildlichen Personal der Pension Alpenrose. Sie haben sich sehr bemüht, sich auf uns einzustellen und langsam sowie deutlich zu sprechen. Sie trugen auch sonst einiges dazu bei, das wir uns in ihrem Haus wohl fühlten.

Das nächste DSSV-Winterfreizeittreffen findet im Februar 2008 wieder in der Pension Alpenrose statt.

Viele freuen sich heute schon auf neue Winterurlaubserlebnisse im schönen Vorarlberg.