DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
8. DSSV Tischtennis-Meisterschaft 2006 in Lindow
Gerhard Fischer

Im letzten Jahr fanden im Sportzentrum Lindow in Brandenburg unsere Senioren-Tischtennnismeisterschaften und unsere DSSV- Mitgliederversammlung statt. Vielen hat es dort gut gefallen. So beschlossen wir auf der Mitgliederversammlung 2005 gleich drei Meisterschaften über Pfingsten 2006 dort zu veranstalten. Die Wahl fiel auf die Sportarten Fußball, Tischtennis und Beachvolleyball. Wir im Vorstand waren gespannt, ob dieses Vorhaben Anklang finden würde.

Das Organisationskomitee, mich mit eingerechnet, reiste schon am Freitagvormittag an. Eine herrliche Landschaft mit 3 Seen um Lindow empfing uns bei herrlichem Sonnenschein.

Als erste erschien die Hamburger Seniorengruppe. Danach folgten die Düsseldorfer, Berliner usw. Gegen Mitternacht waren alle Teilnehmer in Lindow angekommen.

Am Samstagmorgen begrüßte uns ein bedeckter Himmel. Pünktlich nach dem Frühstück begannen die Sportwettkämpfe. Genauso pünktlich öffnete Petrus zum Leidwesen unserer Beachvolleyballer seine Schleusen. Es regnete fast den ganzen Tag.

DSSV-Tischtennismeisterschaften

Mit leichter Verspätung begannen um 9:30 Uhr die Mannschaftswettkämpfe. Diesmal waren wieder einige jüngere Spieler dabei. Ein Team bestand aus 2 Herren und 1 Dame. Mit Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Freiburg waren 4 Mannschaften dabei. Die Essener mussten leider absagen, da der 3. Spieler beruflich verhindert war.

In den vergangenen Jahren waren die Hamburger immer als Sieger aus den Mannschaftswettkämpfen hervorgegangen. Diesmal traten sie mit einem noch stärkeren Team an. Klaus Gütschow und Ralph Guhl spielten diesmal im Team der Hanseaten.

Das Berliner Team hatte sich gegenüber den Vorjahren auch personell verstärkt. Mit Wolfgang Slania und Axel Knuth waren 2 neue Spieler bei den Berlinern in der Mannschaft. Gespannt durfte man auch auf die Freiburger sein. Die Familie Fischer (Vater, Mutter u. Sohn) bildeten eine Mannschaft. Man wusste, dass der Fischer Junior sehr stark ist. Würde er es schaffen mit seinen Eltern den Mannschaftstitel zu holen?

In der 1. Begegnung trafen Berlin und Freiburg aufeinander. Das Spiel gewannen die Berliner klar mit 4:0. Die einzelnen Siele waren aber alle denkbar knapp ausgegangen. Wolfgang Slania und Christian Fischer brauchten 5 Sätze bis Wolfgang den 1. Punkt für Berlin holte. Auch die anderen Spiele waren sehr knapp ausgegangen. In der 2. Begegnung zwischen Hamburg und Düsseldorf konnten sich die Hanseaten mit 4:1 behaupten. Den Ehrenpunkt für Düsseldorf gewann Tiina Pöhler. Danach folgten die Spiele Düsseldorf - Berlin, die die Berliner mit 4:0 gewannen. In der anderen Begegnung waren die Hamburger gegen die Freiburger mit 4:1 erfolgreich.

In den folgenden Spielen wurden die Plätze 3 und 4 zwischen Freiburg und Düsseldorf und der Titel zwischen Hamburg und Berlin ausgespielt. Würden die Hamburger mit ihrem verstärkten Team den Titel erneut holen oder konnten die Berliner mit ihren neuen Spielern diesmal Mannschaftsmeister werden ?

Die Begegnung Slania gegen Gütschow endete mit einem Erfolg für die Berliner. Im 2. Match konnte Guhl gegen Knuth ausgleichen. Den Vergleich bei den Frauen konnte Elke Tönnies erwartungsgemäß gegen Marie-Luise Richter für Berlin entscheiden. Das Doppel gewannen diesmal auch die Berliner. Den entscheidenden 4. Punkt holte Wolfgang Slania gegen die für Hamburg spielende Marie-Luise Richter. Der deutliche Erfolg (4:1) für Berlin täuscht etwas. Hätte die Spielansetzung Hamburg - Berlin geheißen, wäre der Spielerverlauf etwas knapper für Berlin ausgegangen, da sich hieraus für die Hamburger günstigere Spielpaarungen ergeben hätten. Damit wurde Berlin nach 2000 erstmalig wieder DSSV-Mannschaftsmeister.

Ergebnisse Mannschaft:

Platz Verein Spiele Pkt.
1. SSC Berlin 12:1 3
2. Hamburger SSV 9:5 2
3. SG Freiburg 4:9 1
4. SSC Düsseldorf 2:12 0

Marie-Luise Richter überraschte bei den Damen. Die Favoritinnen Elke Tönnies und Katja Nispel konnten an diesem Wettkampf nicht teilnehmen, da sie bei den zeitgleichen Beachvolleyballmeisterschaften mitwirkten. Mit Monika Rambow und Margit Bitzer fehlten zwei weitere Seniorinnen. Dadurch war der Teilnehmerkreis leider sehr klein. Als Favoritin ging Christa Fischer in den Wettkampf. Die erste kleine Überraschung gab es schon bei dem Match zwischen den Berlinerinnen Karin Fischer und Marie-Luise Richter. Marie-Luise konnte erstmalig in 3 knappen Sätzen ihre Vereinskameradin Karin Fischer besiegen. Im anderen Match gab es eine weitere Überraschung. Tiina Pöhler aus Düsseldorf gewann gegen die Favoritin Christa Fischer mit 3:1. Auch in den weiteren Begegnungen wurde es spannend.

Marie-Luise spielte gegen Christa Fischer ein tolles Match. Die Berlinerin konnte zweimal die Führung der Freiburgerin ausgleichen (11:5, 6:11, 11:6,6:11). Im 5. Satz gewann Christa mit 11:9 das Match. In der anderen Begegnung konnte sich Tiina gegen Karin mit 3:1 behaupten. In den letzten Begegnungen Fischer - Fischer gewann die Freiburgerin in 4 knappen Sätzen Mit 3:1 (11:4, 9:11, 12:10 und 14:12). Im letzten Spiel Pöhler - Richter hatte die Berlinerin die Chance mit einem Erfolg über die bis dahin ungeschlagene Tiina sogar noch den Titel zu gewinnen. Bei einem Erfolg der Berlinerin wäre auf Grund des besseren Satzverhältnisses M. Richter Meisterin. Tiina Pöhler hatte schon einen Titelerfolg im Doppel-Mixed im Jahre 2003 errungen.

Sie stand nun erstmalig vorm Erfolg in einem Einzelwettkampf. Den ersten Satz gewann sie knapp mit 11:9. Dass Marie-Luise in bestechener Form war, zeigte sich durch den 11:8-Erfolg im 2. Satz. Im 3. und 4. Satz verließen sie offensichtlich die Kräfte. Tiina gewann diese Sätze mit 11:6 und 11:5. Der Titel im Damen-Einzel ging damit nach Düsseldorf.

Ergebnisse Damen:

Platz Name Spiele Pkt.
1. Tiina Pöhler 9:2 3
2. Christa Fischer 7:6 2
3. Marie-Luise Richter 6:6 1
4. Karin Fischer 2:9 0

Neuer DSSV-Meister bei den Herren

In den letzten 4 Jahren spielten nur die männlichen Senioren um den Titel im Einzel. Diesmal nahmen auch vereinzelt wieder Spieler unter 40 am Wettkampf teil. Im Vorfeld war es abzusehen, dass der Seniorenmeister des Vorjahres Herbert Hirschfelder aus Erlangen und der noch recht junge Christian Fischer aus Freiburg das Rennen um den Titel machen würden.

Gespielt wurde im Doppel-K.O.-System. In den beiden ersten Runden gab es keine Überraschungen. Alle Favoriten setzten sich durch. Die Halbfinalpaarungen lauteten Klaus Gütschow (HH) - Christian Fischer (FB) und Herbert Hirschfelder (ERL) - Wolfgang Slania (B) Die schon erwähnten Favoriten Fischer und Hirschfelder gewannen ihr Match jeweils mit 3:0.

Im Finale der Hauptrunde sah es im ersten Satz nach einem Erfolg des Seniors Hirschfelder aus. Er gewann den 1. Satz mit 11:8. Danach hatte sich Christian Fischer auf dessen Spiel eingestellt und gewann die nächsten 3 Sätze jeweils mit 11:6.

In der Trostrunde spielten die beiden Verlierer der Halbfinals gegeneinander. Der Hamburger Klaus Gütschow musste hart gegen den Berliner Wolfgang Slania kämpfen. Erst im 5. Satz wurde das Match zu Gunsten des Hamburgers entschieden (11:9, 8:11, 11:7, 5:11 u. 12:10).Im Spiel um den Einzug ins Finale bzw. den 3. Platz gewann Herbert Hirschfelder gegen Klaus Gütschow mit 3:0 Sätzen. Damit standen sich wieder der Senior und der Junior des Herrenturniers im Finale gegenüber. Der Freiburger Christian Fischer zeigte, dass sein Erfolg im Finale der Hauptrunde berechtigt war und gewann auch dieses Match und damit den Titel.

Ergebnisse Herren:

Platz Name Verein
1. Christian Fischer Freiburg
2. Herbert Hirschfelder Erlangen
3. Klaus Gütschow Hamburg
4. Wolfgang Slania Berlin
5. Bernd Böning Hamburg
6. Ralph Guhl Hamburg
7. Charly Harders Hamburg
8. Martin Fischer Freiburg
9. Axel Knuth Berlin
10. Uwe Bösecke Hamburg
11. Gerhard Fischer Berlin
12. Dieter Breckmann Hamburg
13. Thomas Roski Düsseldorf
14. Eberhard Misch Düsseldorf

Doppel-Mixed

Die Volleyballmeisterschaften der Damen waren am Vormittag zu Ende gegangen und so konnten Elke Tönnies und Katja Nispel (beide Berlin) im Doppel mitspielen.

Dieser Wettkampf wurde im einfachen K.O.-System ausgespielt. Die vermeintlich stärksten Doppel wurden gesetzt. Zu den Favoriten gehörten die Doppel Elke Tönnies/Ralph Guhl, Karin Fischer/Christian Fischer, Marie-Luise Richter/Herbert Hirschfelder und Katja Nispel/Bernd Böning. Der Turnierleiter hatte mit den vermeintlichen Favoriten auf die richtigen Doppel gesetzt. Alle 4 Doppel erreichten das Halbfinale. Es stand jetzt schon fest, dass die Gewinnerin aus Berlin kommen würde. In allen Doppeln spielten mit Elke, Karin, Marie Luise und Katja Berlinerinnen. Das erste Halbfinalspiel lautete Tönnies/Guhl - Fischer/Fischer. Der Favorit war hier schwer auszumachen. Elke Tönnies und Ralph Guhl waren ein gleichmäßig besetztes Doppel. Auf der anderen Seite der Platte stand ein außerordentlich stark spielender Christian Fischer mit einer im Verhältnis schwächeren Karin Fischer. Man wusste nicht, ob Christian die Schwächen seiner Mitspielerin wird kompensieren können. Auch die Konzentration von Karin würde hier eine Rolle spielen. Man durfte auch nicht außer Acht lassen, dass Elke Tönnies die Schwächen ihrer Vereinskameradin Karin Fischer kannte. Es wurde dank Christian ein offenes Spiel. Trotz aller Bemühungen musste er sich gegen das ausgeglichene Doppel Tönnies/Guhl mit 1:3 geschlagen geben. Im anderen Halbfinale war es auch so. Herbert Hirschfelder mit seiner schwächeren Spielpartnerin Marie-Luise Richter traf auf das ausgeglichene Doppel Katja Nispel/Bernd Böning. Wie im ersten Halbfinale konnte auch Herbert Hirschfelder die Schwächen seiner Mitspielerin Marie-Luise nicht ausgleichen und musste Katja und Bernd die Teilnahme am Finale überlassen.

Im Spiel um den 3. Platz trafen die Verlierer Karin Fischer/Christian Fischer und Herbert Hirschfelder/Marie-Luise Richter aufeinander. Dieses Spiel konnten dann Christian und Karin für sich entscheiden.

Das Finale zwischen Katja Nispel/Bernd Böning und Elke Tönnies/Ralph Guhl war im gesamten Spielverlauf offen und spannend. Die ersten beiden Sätze gewannen Katja und Bernd klar mit 11:5. Danach wurden Elke und Ralph stärker. Sie konnten mit 11:7 und 11:6 das Match ausgleichen. Der 5. Satz musste die Entscheidung bringen. Die Stimmung in der Halle war angespannt. Die zahlreichen Zuschauer waren begeistert und applaudierten jedem Punkt der Spieler. Das Finale war so ausgeglichen, dass eine Satzverlängerung notwendig war. Mit 12:10 im 5. Satz wurden Katja Nispel und Bernd Böning DSSV-Mixedmeister.

Ergebnisse Doppel-Mixed:

Platz Namen Vereine
1. Katja Nispel/Bernd Böning Berlin/Hamburg
2. Elke Tönnies/Ralph Guhl Berlin/Hamburg
3. Karin Fischer/Christian Fischer Berlin/Freiburg
4. Marie-Luise Richter/Herbert Hirschfelder Berlin/Erlangen
5. Harders/Roski Hamburg/Düsseldorf
6. Knuth/Bösecke Berlin/Hamburg
7. Pöhler/Slania Düsseldorf/Berlin
8. Fischer/Breckmann Freiburg/Hamburg

Gegen 21:30 Uhr waren die Tischtennismeisterschaften nach 12 Stunden beendet. Es war schon eine beachtliche Leistung die Mannschafts-, Einzel-, und Mixedwettkämpfe der Damen und Herren an einem Tag mit 23 Spielern durchzuführen. Hier möchte ich mich nochmals bei allen Teilnehmern für die gute Mitarbeit bedanken.

Ich freue mich schon auf die nächsten Meisterschaften am 9.6.2007 im Sportzentrum des Bundesligisten Borussia Düsseldorf. Wir waren schon einmal vor einigen Jahren dort. Wie ich aus dem Angebot ersehen konnte, ist dort vieles neu gebaut und modernisiert worden. Diesmal können wir dort spielen und auch unsere Abschlussfeier ausrichten.