DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
Schach-Meisterschaft in Hamburg 18.11.2006
Ernst Sonnenburg

Pünktlich um 10:00 Uhr begannen die Meisterschaften in Hamburg. Alle gemeldeten Spieler waren anwesend. Diesmal wurden zwei Gruppen mit jeweils 5 Spielern gebildet. In der jeweiligen Gruppe musste daher jeweils ein Spieler aussetzen. Diese Spieler haben gegeneinander gespielt, so dass kein Spieler spielfrei war. Nach der Vorrunde wurde das Halbfinale und das Finale gespielt. Bei Punktgleichheit im Finale zählte das Ergebnis der Vorrunde.

1. Runde:

Kaum 15 Minuten gespielt hat Dariusz eine Gewinnstellung an der h Seite. Doch ein Zugfehler führte dazu, dass die Partie gegen Mariusz Remis endete. Thomas und Werner eröffneten grundsolide und es entspann sich ein spannender Kampf, den Werner zu seinem Gunsten abschloss. Charly verließ sich zu sehr auf die Verteidigungstaktik. Mit einen Springeropfer könnte Heiner das Spiel gewinnen, doch diese Chance wurde von ihm übersehen und Charly gewann die Oberhand. Seine Doppelschutzstrategie brachte ihn jedoch in Schwierigkeiten. Ein Abtausch brachte Heiner den Vorteil eines Turmes und er gewann nach schwerem Kampf gegen einen Springer und Läufer das Spiel. Bernd und Dietrich spielten schnell ihre Partie und Dietrich gewann. Lange war nach einer soliden Eröffnung die Partie von Karlheinz und Frank offen, doch Kalle erhöhte den Druck auf die Königsseite von Frank und gewann durch einen vorzüglich vorbereiteten Abtausch die Partie.

2. Runde:

Schnelle Eröffnung führte zu einem Übergewicht der Stellung von Heiner gegen Thomas. Der e4 Springer war übermächtig. Thomas vernachlässigte seine schwarze a-c Seite und erlaubte Heiner den Damendurchbruch. Nach einem Flüchtigkeitsfehler verlor Heiner jedoch die Dame, aber er gewann durch eine günstigere Stellung die Partie. Bernd eröffnete in solider Stellung, übersah jedoch die Fesselung des Springers vor der Dame und Kalle errang somit die Hoheit über dieses Spiel; verrechnete sich jedoch beim Abtausch und Bernd gewann die Figurenhoheit. Die bessere Routine führte jedoch zum Sieg von Kalle. Werners a5 c3 Bauernspalier birgt die Gefahr eines Durchbruches von Schwarz; die Partie gegen Frank ging remis aus. Charly gewann zwar zwei Bauern, aber unter Kosten einer nicht mehr durchführbaren Rochade. Er verlor dieses Spiel gegen Dariusz. Auf der a-c Seiten von Schwarz entbrannte bei der Partie Mariusz gegen Dietrich ein heißer Kampf, Dietrich erlaubte, dass der weiße Turm die a- Seite besetzte und auf a8 vordringen konnte. Ein guter Abtausch der Figuren ließ Dietrich eine Gewinnchance; diese Partie endete Remis Werner gewann auf der weißen a-c Seite einen Bauern. Durch zu schnelles Spiel endete jedoch diese Partei Remis.

3. Runde

Werner gewann gegen Heiner das Spiel. Dariusz hat sehr schnell Figuren von Thomas gewonnen und gewann dieses Spiel. Dietrich hat sich im Kampf um die Stellungen einen Vorteil gegen Charly erspielt und gewann diese Partie. Die schnelle Besetzung der freien e d Linien mir den Türmen durch Bernd zwangen Frank zum Rückzug; der Endkampf entwickelte sich zu einem harten Kampf. Viele Züge wurden nicht gut bedacht ausgeführt. Letztendlich führten 3 gleiche Züge zum Remis. Im Endkampf ließ Kalle sich den Springer fesseln und musste die Partie gegen Mariusz aufgeben. Thomas verlor gegen Dariusz.

4. Runde

Eine schnell gespielte Eröffnung mit Figurentausch führten zu einer besseren Figurenstellung von Mariusz ./. Frank. Franks Königsseite wurde dadurch nicht eröffnet, aber er schaffte nach hartem Kampf ein Remis. Charlys Eröffnung zwang Thomas dazu, seine schwarze Königsseite schon zum Spielbeginn weit zu öffnen. Trotzdem gewann Thomas seinen Punkt. Eine Blitzeröffnung und ein schneller Figurenabtausch führten Werner gegen Dariusz zum Verlust der Partie. Alte Bekannte und fast gleichwertig im Spiel, tasteten sich Dietrich und Kalle ab. Kalle hatte die g Königsseite von Dietrich aufgerissen. Hier entschied der falsche Gedanke. Dietrich gewann dieses Spiel. Heiner und Bernd, gleichwertige Spieler, spielten sehr vorsichtig. Springer auf b 8 und 7 wurden durch die Eröffnung von Heiner blockiert. Für Heiner bedeutete dies einen Punkt.

5. Runde

Schnelle Eröffnung durch Mariusz und er gewann eine Figur und schickte Bernd auf die Verliererseite. Werner und Charly eröffneten schnell. Charly hat sich die Königsseite aufreißen lassen und verlor. Der Springer von Frank befindet sich im starke d5 Mittelfeld, gedeckt durch zwei Bauern. Dietrich führt einen schweren Abwehrkampf, den er gewann. Vorsichtig tasteten sich Heiner und Dariusz ab; Dariusz erzwang einen Figurentausch und gewann die Dame von Heiner. Heiner verlor das Spiel. Kalle gewann durch ein geschicktes Manöver die Dame von Thomas und somit den Punkt.

Halbfinale: Interessante Begegnungen um die Plätze begannen.

Werner Dietrich:
Die weiße Eröffnung mit Damengambit führte zu einer schnellen Entwicklung der weißen Figuren. Schwarz muss gegen den Druck kämpfen. Zu schnell gespielt und Werner büßte einen Läufer ein. Der gewonnene Bauer führte Dietrich zum Sieg.

Dariusz Mariusz:
Eine bessere Entwicklung von Schwarz brachte einen Tempovorteil. Wird dieser genutzt? Der Gewinn der D Linie mit einem Turm müsste Mariusz zum Gewinn führen. Die schwarzen Bauern auf der c und d Linie führen zum Gewinn für Mariusz.

Thomas Kalle:
Schwarz hat die Entwicklungsphase besser genutzt; Thomas konnte die Grundlinie nicht frei bekommen. Ein Abzugsschach versäumt und Kalle verliert einen Springer. Thomas gewann dieses Spiel.

Heiner Frank:
Zwei schwarze Springer blockieren den Aufbau von Schwarz. Kann Heiner seinen Vorteil nutzen? Gleichwertige Stellung bis zum Endkampf. Franks Dame erzwang den Sieg. Das Schach reizte zu sehr und Frank verlor seine Dame und somit das Spiel.

Charly Bernd:
Schwarz griff die h-g Seite mit Dame, Läufer und Springer an. Charly kann kaum gewinnen, zumal Turmverlust droht. 1:0 für Bernd. Im zweiten Spiel tobte der Endkampf. Dame und Springer für Bernd, gegen Turm und zwei Springer. Wer kommt zuerst in die Dreiangel? Bernd hatte den Vorteil der langjährigen Spielerfahrung und gewann auch das zweite Spiel.

Finale:

Dietrich Mariusz:
Die c4 Eröffnung schaffte für Dietrich einen Tempovorteil, kann dieser Konsequenz weiter gespielt werden? Weißer Springer auf d6 und Bauer auf d5, e5, e4 erdrückten Mariusz, der sich aus dieser Umklammerung lösen konnte. Hastiges Spiel von Dietrich führte zu einem Remis. Obwohl Dietrich aufgrund der Vorrunde DSSV Meister war, entschied er sich für ein weiteres Entscheidungsspiel. Schnelle Eröffnung und Schlagabtausch. Die Dame von Mariusz ist früh aus der Stellung gekommen. Bessere Entwicklung von Dietrich. Weiße Läuferdiagonale b3 bringt Druck auf die schwarze Königsseite. Ein durch Abtausch der Figuren von Weiß erzwungener schwarzer Doppelbauer könnte Weiß zum Verhängnis werden. Durch falsches Stellungsspiel verliert Dietrich einen Bauer, der den Sieg zur Meisterschaft von Mariusz freimachte.

Dariusz - Werner:
Schnelle Rochade und den weißen Turm auf der d Linie scheinen ein Vorteil, doch Weiß hat noch nicht entwickelt. Ein Läufer und das ganze Spiel hat Werner nach aufopfernden Kampf verloren.

Heiner Thomas:
Eine vorsichtige Eröffnung und ein kompaktes Mittelfeld reizt zu Verlegenheitszügen, wer macht den ersten Tempofehler? Ein Turm gegen zwei Figuren gewonnen. Bei mehr Mut müsste Heiner gewinnen. Durch einen Stellungsfehler kippte das Spiel und Thomas konnte auf der Königsseite einen Druck aufbauen. Heiner konnte jedoch mit seiner Dame kontern und Figuren gewinnen. Der Endkampf wurde durch Heiner in einem dramatischen Zeitfinale durch Schach matt gewonnen.

Kalle Frank:
Weiße vorgeschobene e-c Linie gegen eine kompakte Abwehr? Kann dieser Wagemut gewinnen? Der Wagemut gewinnt durch richtigen Abtausch die entsprechenden notwendigen Figuren. Kalle gewann.

Endstand
  1. Mariusz Kwiatek (Hamburg)
  2. Dietrich Metzner (Berlin)
  3. Dariusz Kwiatek (Hamburg)
  4. Werner Beilecke (Berlin)
  5. Heiner Dahlhoff (Essen)
  6. Thomas Simon (München)
  7. Kalle Birke (München)
  8. Frank Bohlin (Hamburg)
  9. Bernd Böning (Hamburg)
  10. Charly Harders (Hamburg)

Nach der Sportschau fand die Siegerehrung statt. Ernst Sonnenburg hatte wieder für alle Teilnehmer Ratschläge parat.