DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
Im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 
Eisstockschießen in Flachau (Österreich)
von Bernd Ruhnau

Der Traum von einem Wintersport im Deutschen Schwerhörigen Sportverband (DSSV) ist nach 7 Jahren Dornröschen-Schlaf zu Ende gegangen.

Am 20. Januar 2004 in der frühen Morgenstunde klingelte der Wecker uns aus dem Schlaf, und wir schauten zum Fenster hinaus um festzustellen, wie das Wetter war.

Man rieb sich die Augen und wollte es nicht glauben, dass Frau Holle über die Nacht sehr fleißig die Betten gemacht hatte; und es schneite noch weiter.

Wir machten uns alle mit einer Morgentoilette frisch und gingen danach zum frühstücken. Der Frühstücktisch wurde wie immer reichhaltig mit leckeren Sachen gedeckt.

Nach und nach kamen die Sportprofis aus den anderen Städten zum Frühstück, und alle hatten mit Kaffee bzw. Tee ihre Glieder zum Erwachen gebracht.

Beim Frühstück sahen wir alle zwischendurch aus dem Fenster, um uns zu vergewissern, dass das schneien nicht aufgehört hatte.

Es schneite und schneite weiter! Trotzdem machten wir uns um 9.15 Uhr auf den Weg zu dem 4 km entfernten Flauchauwinkl ins Seestüberl, denn um 10.00 Uhr fand dort die Besprechung des Turnierleiters Lothar " Lolli " Fritzsche statt.

Zwischendurch wurden die Eisstockbahnen von den Schneeschiebern zu zwei ansehnlichen Schneebahnen frei geschaufelt; doch es schneite weiter.

Wir abgehärteten Eissportler taten uns keinen Abbruch und spielten, trotz dieser neuen Schneekampferlebnisse, mit leichten und stielartig langen Eis-Schnee-Stöcken vom Seestüberl.

Anschließend wurden die Teilnehmer in Mannschaften (2 x Hamburg - München / Nürnberg - Düsseldorf) eingeteilt.

Bei der Auslosung wurde uns bewusst, dass die beiden Hamburger Mannschaften als erste gegeneinander anfangen mussten. Beide HSSV - Mannschaften lieferten einen harten Fight, und man konnte spüren, dass es hier um etwas ging: Nur der Sieger hatte für den Turnierverlauf die besseren Karten.

Die 2. Garde gewann eindeutig gegen die 1. Garde.

Auch beim Match München / Nürnberg gegen Düsseldorf war eine Überraschung möglich, doch die Spielgemeinschaft hatte ihren Schlaf aus den Augen gerieben und gewannen hellwach und deutlich ihr Spiel.

Somit kämpften sich HSSV 2 und München ins Endspiel, sodass es wieder zu einem Endspiel HSSV gegen die Spielgemeinschaft kam: Der Norden gegen den Süden - wie vor 7 Jahren.

Das Spiel war sehr spannend gewesen, aber die Nordlichter spielten wie berauscht auf und setzten alles auf eine Karte: Sie gewannen alle Spiele ohne Verlustpunkte.

Somit holte sich die HSSV 2 als DSSV - Titelverteidiger den Mannschaftstitel 2004.

Spielpaarung - Spielstand - Punkte

HH1 - HH2, 35:55, 0:2
Mün - Düs, 51:39, 2:0
HH1 - Mün, 36:54, 0:2
HH2 - Düs, 56:34, 2:0
HH1 - Düs, 45:45, 1:1
HH2 - Mün, 54:36, 2:0

  1. Platz: HSSV 2 (Endst. 65:105; Pkt 6:0)
  2. Platz: München / Nürnb. (141:129; 4:2)
  3. Platz: Düsseldorf (118:152; 1:5)
  4. Platz: HSSV 1 (116:154; 1:5)

Nach dem Mannschaftswettbewerb folgte die Einzelmeisterschaft; und es schneite immer noch weiter.

Die 2 Bahnen waren aber noch im guten Zustand und somit weiterhin bespielbar.

Auf der Bahn 1 kämpften die Damen gegeneinander und es war eine harmonische Gesellschaft, so dass die Mädels ihren Spaß hatten, gegeneinander gekämpft zu haben.

Mit knapp zwei Punkten hatte die Düsseldorferin Tiina Pöhler vor der Hamburgerin Petra Grothkopf die rote Nase vorn und holte somit ihren ersten DSSV Damen Eistitel.

  1. Platz: Tiina Pöhler, Düsseldorf (27 Punkte)
  2. Platz: Petra Grothkopf, Hamburg (25 Punkte)
  3. Platz: Inge Wagner, Düsseldorf (17 Punkte)
  4. Platz: Anita Greiner, Nürnberg (16 Punkte)

In der Herreneinzel Meisterschaft hatten sich neun Herren für den Start auf der Bahn 2 gemeldet. Alle waren gut gelaunt, aber sahen sich gegenseitig auf die Finger, wie ein jeder den Eisstock über das Eis schlittern ließ.

Speziell der alte DSSV Eisstock Meister Bernd Ruhnau stand unter den Adleraugen der Konkurrenten, denn alle wollten sehen, wie er das Ding über die Eisbahn zum Schlittern brachte.

Auch die Münchener, speziell Lolli, standen ebenso unter den Argusaugen der Kontrahenten, aber keiner hatte mit den guten Leistungen der Düsseldorfer und den beiden HSSV'lern gerechnet. Somit überraschte Ralph Guhl bei der Hinrunde mit seinem 1.Platz, vor Bernd und Lolli.

Die Partie wurde in der Rückrunde richtig spannend: Ob Ralph für die Rückrunde noch guten Nerven hatte?

Wie Bernd so ist, hatte er mal wieder sein routinemäßiges Können unter Beweis gestellt und in der entscheidenden Runde einen 8 Punkte Wurf hingelegt.

Es war so spannend, dass am Ende keiner mehr wusste, wer auf welchen Platz stand und wer gewonnen hatte.

Zum Schluss stand fest, dass der Titelverteidiger Bernd wieder an der Spitze (neuer DSSV Rekord mit 99 Punkten) stand und erneut DSSV Meister geworden war.

  1. Platz: Bernd Ruhnau, HH (Hin-/Rückrunde: 41/58; gesamt: 99)
  2. Platz: Ralph Guhl, HH (54/38; 92)
  3. Platz: Lolli Fritsche, M 40/48; 88)
  4. Platz: Thomas Wurr, HH (42/37; 79)
  5. Platz: Jan-Christian Lauer, HH (36/36; 72)
  6. Platz: Erberhard Misch, D (42/23; 65)
  7. Platz: Stefan Dillitzer, M (20/34; 54)
  8. Platz: Peter Greunig, HH (33/20; 53)
  9. Platz: Klaus Pöhler, D, (24/26; 50)

Am Ende waren alle froh, wieder im warmen Stübchen zu sein, und wir alle freuten uns auf einen heißen Jägertee, Glühwein, Kaffee oder einer warmen Suppe, denn Frau Holle schüttete weiter unermüdlich ihre Betten aus.

Die Siegerehrungen fanden am 22.01.04 zusammen mit der Skialpin- Skilanglauf- Meisterschaft in unserer Schrempfguter Pension statt.

Jeder bekam eine tolle selbst hergestellte Urkunde mit Flachauer Motiven, und sie konnten sich auch aus den vielen gespendeten Sachspenden der Raiffeisenbank und der Fa. Siemens aussuchen.

Als neuer Deutscher Meister möchte ich bei allen beteiligten Sportfreunden für die fairen Spiele bedanken, und vor allem möchte ich meinen Dank an Lolli für die Meisterleitung und für die Organisation der Winterfreizeit in Flachau, die vom 10.1.2004 bis 24.1.2004 statt fand, aussprechen.

Ich kann es den Daheimgebliebenen nur empfehlen: Es war so ein wunderschönes Wintererlebnis - macht auch mit, ihr werdet es nicht bereuen!

Tschau, bis zum nächsten Wintertreffen im Jahre 2006.